Pommerin-Kommission spricht sich für Weiterbertrieb und Änderungen aus "Gorch Fock" bleibt Ausbildungsschiff der Marine

Die Bundeswehr kann das in die Schlagzeilen geratene Segelschulschiff "Gorch Fock" weiter als Ausbildungsschiff nutzen. Verteidigungsminister Thomas de Maizière teilte am Freitag in Berlin mit, er habe grundsätzlich entschieden, dass auf dem Dreimaster weiter Offiziersanwärter ausgebildet werden.

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"Gorch Fock" bleibt Ausbildungsschiff der Marine

Berlin (dapd). Die Bundeswehr kann das in die Schlagzeilen geratene Segelschulschiff "Gorch Fock" weiter als Ausbildungsschiff nutzen. Verteidigungsminister Thomas de Maizière teilte am Freitag in Berlin mit, er habe grundsätzlich entschieden, dass auf dem Dreimaster weiter Offiziersanwärter ausgebildet werden. Die Zukunft des Schulschiffes war zu Jahresbeginn unsicher geworden, nachdem Meldungen über übermäßigen Drill und starken Spannungen an Bord öffentlich wurden.

Die Vorfälle waren auch von einer Kommission unter der Leitung des Militärhistorikers Reiner Pommerin untersucht worden. Der Bericht empfiehlt nach Angaben des Verteidigungsministeriums einen Weiterbetrieb und stellt zugleich Forderungen nach Verbesserungen an Bord. Nachgebessert werden müsse unter anderem im Bereich der Sicherung an Bord und in der Takelage, bei der Ausbildungszeit an Bord und der körperlichen Fitness der Offiziersanwärter. Auch bei der Auswahl und Ausbildung der Stammbesatzung gebe es Fragen.

Konkretes Datum für Weiterbetrieb noch offen

Einstimmig empfiehlt die Pommerin-Kommission die Fortsetzung der seemännischen Basisausbildung auf dem Segelschulschiff "Gorch Fock" auf der Grundlage ihrer Forderungen. Ein Termin steht indes noch nicht fest. "Ab wann und mit welchen Veränderungen dies geschehen wird, legt der Generalinspekteur zusammen mit der Marineführung fest", sagte der Minister dazu.

In den vergangenen Wochen hatte sich der Generalinspekteur der Bundeswehr, Volker Wieker, und der Inspekteur der Marine, Axel Schimpf, nach den Berichten der Staatsanwaltschaft Kiel für einen Weiterbetrieb ausgesprochen. Grundlage war ein Bericht der Havariekommission der Marine und des Amtschefs des Marineamtes. Ähnlich hatte sich auch der Verteidigungsausschuss des Bundestages geäußert.

Kommandant Schatz kehrt nicht zurück

Auf der "Gorch Fock" war am 7. November 2010 die Offiziersanwärterin Sarah Lena S. aus 27 Metern Höhe aus der Takelage gestürzt und ums Leben gekommen. Ihre Mutter hatte daraufhin schwere Vorwürfe gegen die Führung des Schiffes erhoben und Strafanzeige wegen fahrlässiger Tötung erstattet. Nach weiteren Meldungen über unhaltbare Zustände an Bord untersuchten Marine und Staatsanwaltschaft die Vorfälle auf dem Dreimaster.

Die Staatsanwaltschaft Kiel kam Anfang Juni zu dem Ergebnis, dass es beim Tod der Kadettin keinen Hinweis auf Fremdverschulden gab. Zugleich kritisierten die Ermittler "unzureichenden Regelungen" der Segelvorausbildung an Bord des Schiffes. Im Zuge der Affäre war der Kommandant der "Gorch Fock", Norbert Schatz, vom Dienst suspendiert worden. Auf eigenen Wunsch wird er nicht mehr auf die Position zurückkehren, die er fünf Jahren bekleidete.

dapd