Die Patentschrift über das von Carl Benz 1886 erfundene "Fahrzeug mit Gasmotorenbetrieb" befindet sich nun offiziell im Register des Weltdokumentenerbes. Benz hatte das Patent für den Motorenwagen, der als erstes Auto weltweit gilt, am 29. Januar 1886 beim Kaiserlichen Patentamt in Berlin eingereicht.
Carl-Benz-Patent über "Fahrzeug mit Gasmotorenbetrieb" ist Welterbe
Mannheim (dapd-bwb). Die Patentschrift über das von Carl Benz 1886 erfundene "Fahrzeug mit Gasmotorenbetrieb" befindet sich nun offiziell im Register des Weltdokumentenerbes. Benz hatte das Patent für den Motorenwagen, der als erstes Auto weltweit gilt, am 29. Januar 1886 beim Kaiserlichen Patentamt in Berlin eingereicht. In das UNESCO-Register "Memory of the World" wurde ein Druck des nicht mehr existierenden Originalpatents aufgenommen. Die Entscheidung dafür fiel im Mai.
Der Vorstandsvorsitzende der Daimler AG und Leiter von Mercedes-Benz Cars, Dieter Zetsche, nahm am Freitag bei einem Festakt im Mannheimer Technoseum die UNESCO-Urkunde entgegen. Er sagte, das Register des Weltdokumentenerbes enthalte momentan 230 herausragende Dokumente wie die Magna Charta oder Beethovens 9. Sinfonie. "Insofern ist das ein ganz besonderer Tag für uns", sagte Zetsche.
Auch sei die Auszeichnung eine Verpflichtung für das Unternehmen und die Branche insgesamt, die Innovationen im Automobilbereich voranzutreiben. Einfallsreichtum und die Liebe zum Detail hätten den Konzern schon in der Vergangenheit an die Spitze gebracht. Dies müsse muss auch in Zukunft so sein.
Zetsche sagte, die Branche stehe vor der Herausforderung, die Emissionen der Autos deutlich zu verringern: "Ohne Zweifel würde Carl Benz heute von uns erwarten, dass die zweite Erfindung des Automobils in Baden-Württemberg stattfindet", sagte er.
Wirtschaftsminister Nils Schmid (SPD) sagte, Baden-Württemberg solle auch in Zukunft ein bedeutender Standort für die Automobilbranche bleiben. Die Autoindustrie bilde die "wirtschaftliche Basis" des Landes. Die Landesregierung sei daher stark daran interessiert, gute Rahmenbedingungen für Innovationen zu bieten.
Der Präsident der Deutschen UNESCO-Kommission, der frühere niedersächsische Verkehrsminister Walter Hirche (FDP), sagte: "Das Ziel des UNESCO-Registers ist es, kulturell wie historisch bedeutsame Dokumente vor dem Vergessen und vor Zerstörung zu bewahren." Auch Zeugnisse der Industriegeschichte wie das Benz-Patent seien bedeutsam, denn die Erfindung habe weltweit die individuelle Mobilität nachhaltig verändert und geprägt.
dapd
