Der Wehrbeauftragte des Bundestages, Hellmut Königshaus (FDP), hat laut "Bild"-Zeitung in einem als geheim eingestuften Bericht an das Verteidigungsministerium zahlreiche Mängel bei der Bundeswehr in Afghanistan kritisiert.
Kritik an schweren Ausrüstungsmängeln bei Bundeswehr in Afghanistan
Berlin (dapd). Der Wehrbeauftragte des Bundestages, Hellmut Königshaus (FDP), hat laut "Bild"-Zeitung in einem als geheim eingestuften Bericht an das Verteidigungsministerium zahlreiche Mängel bei der Bundeswehr in Afghanistan kritisiert. Sie betreffen unter anderem eine schlechte medizinische Versorgung, fehlendes Material und Misstrauen deutscher Soldaten gegenüber afghanischen Kräften, wie das Blatt in seiner Freitagausgabe schreibt.
Danach fehlten in deutschen Feldlagern Blutkonserven, um verletzte Soldaten ausreichend zu versorgen. Ärzte hätten sich auch über Probleme mit Schmerzmitteln nach Verletzungen im Gefecht beklagt. Die schmerzlindernde Wirkung setze dabei erst nach bis zu 30 Minuten ein. Deutsche Soldaten müssten teilweise ungeschützt Sprengsätze entschärfen, weil automatische Systeme zur Entschärfung nicht einsatzbereit seien.
Soldaten kritisieren auch Fahrzeuge mit Fehlkonstruktionen. So gebe es im "Eagle IV" Probleme bei der Aufnahme von Patienten auf Tragen. Ein Verletzter sei deshalb aus 1,5 Metern beinahe auf den Boden gestürzt. Wegen Kühlungsproblemen steige die Temperatur im Schützenpanzer "Marder" regelmäßig auf mehr als 60 Grad.
dapd