"Die Regierungen haben die Dimension des Problems immer noch nicht richtig erkannt" "Wirtschaftsweise" kritisiert Politik und plädiert für Umschuldung

Die Wirtschaftsweise Beatrice Weder di Mauro hat das Taktieren der Politiker in der Euro-Schuldenkrise kritisiert. "Die Regierungen haben die Dimension des Problems immer noch nicht richtig erkannt", sagt sie dem "Handelsblatt" (Freitagausgabe). Eine umfassende Lösung sei überfällig, um Menschen und Märkten wieder Sicherheit zu geben.

Foto: dapd

"Wirtschaftsweise" kritisiert Politik und plädiert für Umschuldung

Düsseldorf (dapd). Die Wirtschaftsweise Beatrice Weder di Mauro hat das Taktieren der Politiker in der Euro-Schuldenkrise kritisiert. "Die Regierungen haben die Dimension des Problems immer noch nicht richtig erkannt", sagt sie dem "Handelsblatt" (Freitagausgabe). Eine umfassende Lösung sei überfällig, um Menschen und Märkten wieder Sicherheit zu geben.

Eine Kappung der griechischen Staatsschulden hält Weder di Maur für unvermeidbar. "Wir müssen das Problem Griechenland mit einer Umschuldung lösen", sagt sie. Die Ökonomin schlägt vor, dass der europäische Rettungsschirm EFSF den privaten Gläubigern ein Tauschangebot unterbreitet. Der EFSF würde griechische Staatsanleihen zum Marktpreis - also bis zu 50 Prozent unter dem Nominalwert - annehmen. Im Gegenzug erhielten die privaten Gläubiger neue, von den Euro-Staaten garantierte Anleihen.

Das Angebot solle zunächst nur für Griechenland gelten, später auch für Portugal und Irland.

dapd