Leitungsstarker E-Roller kommt 2012 - Vor Einstieg in Produktion muss Bürgschaft bewilligt werden MZ will Marktführer bei Elektro-Zweirädern werden

Ein elektrogetriebener Motorroller soll ab dem kommenden Jahr als erstes eigenes Serienfahrzeug der Motorenwerke Zschopau GmbH (MZ) auf den Markt kommen. "Wir wollen Marktführer bei Elektro-Zweirädern werden", sagte Geschäftsführer Martin Wimmer am Donnerstag in Hohndorf bei Zschopau.

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MZ will Marktführer bei Elektro-Zweirädern werden

Zschopau (dapd-lsc). Ein elektrogetriebener Motorroller soll ab dem kommenden Jahr als erstes eigenes Serienfahrzeug der Motorenwerke Zschopau GmbH (MZ) auf den Markt kommen. "Wir wollen Marktführer bei Elektro-Zweirädern werden", sagte Geschäftsführer Martin Wimmer am Donnerstag in Hohndorf bei Zschopau. Mit einer kurz vor der Bewilligung stehenden sächsischen Landesbürgschaft könnte auch die lange angekündigte Motorradproduktion angekurbelt werden.

Der Roller-Prototyp unter dem Namen "e-power max." sei zusammen mit einem Schweizer Unternehmen entwickelt worden. Das neue Modell wäre den Angaben zufolge der leistungsstärkste E-Roller deutscher Produktion. Er soll mit unterschiedlichen Batterien angeboten werden. Mit einem 40-Ah-Akku erreiche das Fahrzeug nach rund drei Sekunden eine Geschwindigkeit von 50 Kilometern pro Stunde. Die Spitze liege bei Tempo 70.

Netz von Ladestationen kommt

Beim Vertrieb kooperiert MZ mit der envia Mitteldeutsche Energie AG. Der größte regionale Energiedienstleister in Ostdeutschland will parallel zur wachsenden Verbreitung von Elektrofahrzeugen ein Netz von Ladestationen aufbauen, wie Vertriebsvorstand Andreas Auerbach sagte.

Nach Wimmers Angaben umfasst der Markt für Motorroller in Deutschland rund 350.000 Fahrzeuge pro Jahr. Davon strebe MZ ein halbes bis ein Prozent an. Dabei solle das ganze Antriebsspektrum vom E-Motor über das Hybridfahrzeug bis zum Benziner genutzt werden, sagte Wimmer. Vor dem Elektro-Scooter soll noch in diesem Jahr der Hybrid-Roller "Emmely" mit voraussichtlich zunächst 200 Stück anlaufen.

Ziel bleiben eigene Motorräder

Erklärtes Ziel Wimmers bleiben eigene Motorräder. Deshalb betreibe MZ auch intensiv das Thema Motorsport. In zwei bis vier Wochen will Wimmer alle Bedingungen erfüllt haben, die an die Zusage der Landesbürgschaft geknüpft sind. Über die Höhe machte er keine Angaben. Ein Schritt sei das Ausscheiden der bisherigen Gesellschafter Ralf Waldmann und Martina Häger gewesen. MZ-Haupteigner sei jetzt der Ludwigshafener Banker Peter Ertel. Weitere Anteile halten Wimmer und ein nicht genanntes Unternehmen. Abhängig von der Produktnachfrage solle die Belegschaft bis Jahresende von jetzt gut 40 auf 50 Mitarbeiter aufgestockt werden.

dapd