Kanzlerin beendet ihre Afrika-Reise - Energiepartnerschaft soll Beine bekommen Merkel betont Partnerschaft mit Nigeria

Bundeskanzlerin Angela Merkel hat Nigeria Unterstützung beim weiteren Aufbau des Landes zugesagt. "Deutschland will ein Partner Nigerias sein auf dem Weg zu mehr Wohlstand aber auch zu mehr Rechtssicherheit", sagte Merkel am Donnerstag zum Abschluss ihrer Afrika-Reise in der nigerianischen Hauptstadt Abuja.

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Merkel betont Partnerschaft mit Nigeria

Abuja (dapd). Bundeskanzlerin Angela Merkel hat Nigeria Unterstützung beim weiteren Aufbau des Landes zugesagt. "Deutschland will ein Partner Nigerias sein auf dem Weg zu mehr Wohlstand aber auch zu mehr Rechtssicherheit", sagte Merkel am Donnerstag zum Abschluss ihrer Afrika-Reise in der nigerianischen Hauptstadt Abuja.

Beide Länder verabredeten unter anderem eine Intensivierung der seit 2008 bestehenden Energiepartnerschaft. Außerdem wollen Deutschland und Nigeria eine "binationale Kommission" gründen, wie Merkel erklärte.

Die CDU-Vorsitzende hob die nigerianischen Bemühungen im Kampf gegen Gewalt und Terrorismus hervor. Dies sei ein wichtiges Engagement im Sinne der internationalen Staatengemeinschaft, aber auch für die Menschen im Lande. Die CDU-Vorsitzende mahnte aber auch, die Menschenrechte stünden in der nigerianischen Verfassung, es gelte aber, das im täglichen Leben umzusetzen. Abschließend wies sie auf das Engagement Nigerias bei den friedensschaffenden Maßnahmen auf dem Kontinent hin. Nach einem Vier-Augen-Gespräch lud Merkel den nigerianischen Präsidenten Goodluck Jonathan zum Gegenbesuch nach Berlin ein.

Beim Thema Energiepartnerschaft räumte Merkel ein, dass diese "etwas vernachlässigt worden ist in den vergangenen Jahren". Man sei sich in den Gesprächen einig gewesen, "dass man in einigen Fällen der Zeit etwas hinterher hängt." Als Beispiele nannte Merkel den Bereich Flüssiggas, die finanzielle Zusammenarbeit beim Ausbau von Wasserkraft und eine weitergehende Kooperation bei den erneuerbaren Energien.

Abfackeln von Erdgas eindämmen

Auf die Frage nach der seit Jahrzehnten praktizierten und oft kritisierten Abfackelung des Erdgases, das bei der Ölproduktion in seinem Land anfällt, verwies Präsident Jonathan zunächst auf die Vergangenheit. Zu Anfang der Ölproduktion sei Gas noch kein Thema gewesen, sagte er. Es sei für die Firmen einfacher gewesen, das Gas zu verbrennen. Diese Einstellung habe sich in den letzten Jahren aber geändert; aus wirtschaftlichen Gründen, aber auch aus Umweltaspekten. Man arbeite an Maßnahmen zur Gasverflüssigung, dies sei aber sehr kapitalintensiv.

Nigeria gilt außenpolitisch und wirtschaftlich als Schwergewicht mit großen politischen Ambitionen. Das Land hat mehr als 150 Millionen Einwohner und ist Stabilitätsanker in Westafrika mit langjährigen Bemühungen um Konfliktprävention und Konfliktbewältigung in den Nachbarstaaten. Nigeria ist auch ein wichtiger Truppensteller für die Vereinten Nationen. Abuja ist Sitz der westafrikanische Wirtschaftsgemeinschaft ECOWAS.

Merkels Besuch war der erste eines deutschen Bundeskanzlers seit dem Besuch von Helmut Schmidt im Jahre 1978. Nigeria war die dritte Station ihrer Afrika-Reise, die sie zunächst nach Kenia und dann nach Angola geführt hatte. In Kenia wurde unter anderem die Einrichtung eines Büros der deutschen Wirtschaft verabredet. In Angola wurde neben weiteren Projekten die Lieferung von Patrouillenbooten zur Grenzsicherung auf den Weg gebracht.

dapd