Verhandlungen waren nach achter Gesprächsrunde vertagt worden Große DJV-Tarifkommission ebnet Weg zu Urabstimmung bei Zeitungen

Im Tarifstreit bei den Tageszeitungen drohen weitere Streiks. Die Große Tarifkommission des Deutschen Journalisten-Verbandes (DJV) ebnete am Dienstag mit großer Mehrheit den Weg zur Urabstimmung. Mit Blick auf die Urlaubszeit soll sie zeitlich und regional gestaffelt werden. In der Urabstimmung entscheiden die Redakteure über Arbeitskampfmaßnahmen bei Zeitungsverlagen.

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Große DJV-Tarifkommission ebnet Weg zu Urabstimmung bei Zeitungen

Berlin (dapd). Im Tarifstreit bei den Tageszeitungen drohen weitere Streiks. Die Große Tarifkommission des Deutschen Journalisten-Verbandes (DJV) ebnete am Dienstag mit großer Mehrheit den Weg zur Urabstimmung. Mit Blick auf die Urlaubszeit soll sie zeitlich und regional gestaffelt werden. In der Urabstimmung entscheiden die Redakteure über Arbeitskampfmaßnahmen bei Zeitungsverlagen.

Der siebenköpfige Bundesvorstand entschied bereits, dass sie bei einzelnen Verlagen in Baden-Württemberg in der kommenden Woche stattfinden wird, wie ein DJV-Sprecher mitteilte. Nach Angaben des Sprechers ist bei den teilnehmenden Redakteuren bei der Abstimmung über Streiks ein Quorum von 66 Prozent nötig.

Hintergrund sind die seit einem Jahr andauernden Tarifgespräche mit dem Bundesverband Deutscher Zeitungsverleger (BDZV). "Die Verhandlungen haben zwar Fortschritte gebracht, aber wir sind von einem Abschluss noch weit entfernt", sagte DJV-Verhandlungsführer Kajo Döhring. Es sei daher notwendig, nach der Welle der Warnstreiks in zahlreichen Regionen mit der Urabstimmung den Weg zu weiteren Arbeitskampfmaßnahmen freizumachen.

Der BDZV wollte sich zu der Entscheidung über die Urabstimmung nicht äußern. Es handele sich um eine gewerkschaftsinterne Angelegenheit, sagte eine Sprecherin auf dapd-Anfrage. Am Montag tagt der sozialpolitische Ausschuss des BDZV, der über das weitere Vorgehen im Tarifstreit berät.

Verhandlungen nach achter Gesprächsrunde vertagt

Die Verhandlungen für die rund 14.000 Redakteure bei Tageszeitungen waren am vergangenen Mittwoch in der achten Gesprächsrunde vertagt worden. Ein neuer Termin steht noch nicht fest. Zuletzt hatte der BDZV zwei jährliche Einmalzahlungen von je 200 Euro angeboten und 1,5 Prozent mehr Gehalt ab 2013. Die Gewerkschaften wiesen dies als unzureichend zurück. Sie fordern nach eigenen Angaben weiter die Fortschreibung angemessener und fairer Tarifverträge, eine gesicherte Altersvorsorge und eine moderate Gehaltserhöhung. Zudem lehnen sie die von den Verlegern geplante massive Verschlechterung des Tarifniveaus für Berufseinsteiger ab.

In den vergangenen Wochen war es in mehreren Ländern zu Warnstreiks gekommen. Betroffen waren Verlage unter anderem in Mecklenburg-Vorpommern, Hessen, Baden-Württemberg, Hamburg und Bayern.

Die ver.di-Tarifkommission hatte am vergangenen Donnerstag einstimmig grünes Licht für Urabstimmungen in den Bundesländern gegeben. Die Weichen dafür würden nun zeitlich gestaffelt in den einzelnen Ländern gestellt, hieß es. Am selben Tag hatte die Verhandlungskommission des DJV der Großen Tarifkommission empfohlen, den Weg zur Urabstimmung freizugeben.

dapd