Die Reformvorschläge zur europäischen Fischereipolitik von EU-Kommissarin Maria Damanaki stoßen bei Deutschlands Fischern offenbar weitgehend auf Zustimmung. Besonders die Ankündigung langfristiger Managementpläne sei zu begrüßen, teilte der Verband der deutschen Kutter- und Küstenfischer am Dienstag in Hamburg mit.
Deutscher Kutterverband begrüßt EU-Fischereireform
Hamburg (dapd-nrd). Die Reformvorschläge zur europäischen Fischereipolitik von EU-Kommissarin Maria Damanaki stoßen bei Deutschlands Fischern offenbar weitgehend auf Zustimmung. Besonders die Ankündigung langfristiger Managementpläne sei zu begrüßen, teilte der Verband der deutschen Kutter- und Küstenfischer am Dienstag in Hamburg mit.
Verbands-Geschäftsführer Peter Breckling sagte, für die Durchsetzung angemessener Fangquoten seien Managementpläne besser geeignet als die bislang von den Agrarministern jährlich neu ausgehandelten Fangmengen. Im Ergebnis werde dies zu einem gesunden Fischereisektor und mehr Fisch für den Verbraucher führen.
Zugleich mahnte er an, den Verwaltungsaufwand zu senken und Aufwandsbegrenzungen für Fischer zu streichen. So sollten die sogenannten Seetage abgeschafft werden. Mit dieser Verordnung wird den Fischern bislang für bestimmte Fischarten wie Dorsch nur eine begrenzte Zahl von Fangtagen pro Jahr genehmigt. Auch Fangbegrenzungen, die bisher an die Motorleistung der Kutter gekoppelt sind, die sogenannten KW-Tage (Kilowatt-Tage), würden mit neuen Kontrollinstrumenten überflüssig, sagte Breckling.
Als problematisch sieht der Verband das von Damanaki angestrebte Verbot zur Anlandung von ungewolltem Beifang an. Während die unerwünschten Tiere bisher wieder tot ins Meer zurückgeworfen werden mussten, sollen die Fischer künftig den Beifang mit an Land nehmen, dafür nachträglich Lizenzen kaufen und auf den Markt bringen.
Diese Verwertungsregelung sei zu aufwendig und vor allem für Besatzungen kleinerer Kutter mit wenig Lagerkapazitäten kaum praktikabel, sagte Breckling. Zugleich verwies er darauf, dass zum Beispiel junge Schollen und Seezungen sehr robust seien und den Rückwurf des Beifangs ins Meer meist überlebten.
Abgelehnt wird die angestrebte Kameraüberwachung zur Fangkontrolle. Die verdachtsunabhängige Kameraüberwachung sei aus ethischen Gründen inakzeptabel und sollte verboten werden, forderte der Verbandschef. Zugleich regte er an, den Ersatz alter Fischereifahrzeuge durch Neubauten zu fördern, wenn daran Auflagen einer nachhaltigen Fischerei gekoppelt würden.
EU-Fischereikommissarin Damanaki will am Mittwoch in Brüssel ihr neues Konzept dem Fischereiausschuss vorstellen. Die vor allem von Wissenschaftlern und Umweltverbänden geforderte Reform soll vor allem darauf zielen, den Raubbau der Meere zu beenden und Europas Fischern wieder eine langfristige Perspektive zu sichern.
dapd
