Gericht bestätigt Urteil aus erster Instanz - Geldstrafe reduziert - Berufung angekündigt Williamson für Holocaust-Leugnung verurteilt

Für seine Holocaust-Leugnung ist der britische Bischof Richard Williamson vom Landgericht Regensburg am Montag zu einer Strafe von 6.500 Euro verurteilt worden. Der Staatsanwalt hatte in dem Berufungsverfahren eine Strafe von 12.000 Euro gefordert, die Verteidigung des 71-Jährigen plädierte auf Freispruch.

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Williamson für Holocaust-Leugnung verurteilt

Regensburg (dapd-bay). Für seine Holocaust-Leugnung ist der britische Bischof Richard Williamson vom Landgericht Regensburg am Montag zu einer Strafe von 6.500 Euro verurteilt worden. Der Staatsanwalt hatte in dem Berufungsverfahren eine Strafe von 12.000 Euro gefordert, die Verteidigung des 71-Jährigen plädierte auf Freispruch.

Williamson war nicht zu der Urteilsverkündung erschienen. Seine Anwälte kündigten unmittelbar nach Urteilsverkündung an, Rechtsmittel gegen den Richterspruch einzulegen.

Der Bischof der konservativen Piusbruderschaft hatte im November 2008 im oberpfälzischen Zaitzkofen einem schwedischen Fernsehsender ein Interview gegeben, in dem er die Existenz von Gaskammern zur NS-Zeit bestritt. In einem ersten Prozess vor dem Amtsgericht Regensburg war Williamson im April 2010 zu einer Geldstrafe von 100 Tagessätzen von je 100 Euro, also 10.000 Euro verurteilt worden.

Die Vorsitzende Richterin Birgit Eisvogel betonte in ihrer Begründung, das Urteil bestätige den Schuldspruch aus der ersten Instanz in vollem Umfang. Angesichts der wirtschaftlichen Verhältnisse des Angeklagten habe man allerdings die Höhe des Tagessatzes auf 65 Euro reduziert.

Williamson hat seit dem Interview-Eklat keine Funktion mehr in der Piusbruderschaft. Er lebt in London und verfügt nach Angaben seiner Anwälte über ein Taschengeld von 300 bis 400 Euro im Monat.

dapd