EZB-Chef Trichet sucht Rat zum Verhalten im Falle einer Staatspleite Bericht: Finanzinstitut soll EZB zu Griechenland beraten

Aus Angst vor möglichen Staatspleiten im Euro-Raum sucht die Europäische Zentralbank (EZB) nach Informationen des "Handelsblatts" Hilfe. Notenbank-Chef Jean-Claude Trichet wolle sich von einem renommierten Finanzinstitut Handlungsmöglichkeiten aufzeigen lassen, wie die Zentralbank bei einer Staatspleite im Währungsraum reagieren solle, um Ansteckungsgefahren zu verhindern, schrieb die Zeitung.

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Bericht: Finanzinstitut soll EZB zu Griechenland beraten

Düsseldorf (dapd). Aus Angst vor möglichen Staatspleiten im Euro-Raum sucht die Europäische Zentralbank (EZB) nach Informationen des "Handelsblatts" Hilfe. Notenbank-Chef Jean-Claude Trichet wolle sich von einem renommierten Finanzinstitut Handlungsmöglichkeiten aufzeigen lassen, wie die Zentralbank bei einer Staatspleite im Währungsraum reagieren solle, um Ansteckungsgefahren zu verhindern, schrieb die Zeitung (Montagausgabe) unter Berufung auf Finanzkreise.

Mehr als fünf Finanzinstitute habe die Zentralbank in den vergangenen Tagen angeschrieben und gebeten, sich zu bewerben. Die EZB habe gezielt eine gute Handvoll Banken und Consultants gefragt. Der Auftrag sei noch nicht vergeben worden.

Die Währungshüter erhoffen sich laut Zeitung vor allem Unterstützung für den Fall einer "unkontrollierten" Staatspleite. Denkbar sei eine solche Situation vor allem deshalb, weil kaum jemand sagen könne, wie sich die Banken in den Krisenländern Griechenland und Portugal im Fall einer Staatspleite verhalten.

Die EZB wollte laut "Handelsblatt" auf Anfrage keinen Kommentar abgeben. Auch im Bundesfinanzministerium habe sich mit Verweis auf die Unabhängigkeit der Notenbank niemand äußern wollen.

Um die griechischen Banken zu stabilisieren, solle das zweite Hilfspaket für Griechenland auch Mittel für die griechischen Banken enthalten, schrieb die Zeitung unter Berufung auf das Bundesfinanzministerium weiter. Bereits das laufende Hilfspaket enthalte zehn Milliarden Euro für die Bankenrettung. Dieses Geld sei aber bisher nicht abgerufen worden, hieß es weiter.

dapd