Bundespräsident Christian Wulff hat vor einem Stopp des europäischen Erweiterungsprozesses gewarnt. "Es macht wenig Sinn, die EU nur zu erweitern, es macht aber auch keinen Sinn, nur zu vertiefen und zu verbessern", sagte Wulff am Freitag bei einer Diskussion mit jungen Leuten im italienischen Loveno di Menaggio am Comer See.
Wulff warnt vor Stopp der EU-Erweiterung
Loveno di Menaggio (dapd). Bundespräsident Christian Wulff hat vor einem Stopp des europäischen Erweiterungsprozesses gewarnt. "Es macht wenig Sinn, die EU nur zu erweitern, es macht aber auch keinen Sinn, nur zu vertiefen und zu verbessern", sagte Wulff am Freitag bei einer Diskussion mit jungen Leuten im italienischen Loveno di Menaggio am Comer See.
Ein Ende der EU-Erweiterung würde "negative Folgen in potenziellen Beitrittsländern" haben. Diese Länder strengten sich extrem an, die EU-Standards zu erfüllen. Diese Bemühungen würden im Fall eines Beitrittsstopps "erlahmen", warnte Wulff.
Der Bundespräsident sprach sich für die Aufnahme Kroatiens in die Europäische Union aus. "Auch der Türkei sollte man die Türen offen halten", fügte Wulff hinzu und betonte: "Wenn Europa auch gegenüber muslimischen Ländern offen wäre, wäre das ein Signal."
Enttäuscht äußerte sich Wulff über die Aktivitäten der EU in Nordafrika. Er bedauere es, "dass Europa nicht auf den Feldern, wo es gefordert ist, entscheidend vorangekommen ist". Er vermisse eine gemeinsame EU-Außenpolitik, um die demokratische Entwicklung in den arabischen Ländern zu unterstützen.
Bei der Diskussion, an der auch sein Amtskollege Giorgio Napolitano teilnahm, forderte der Bundespräsident zudem Italien auf, das Flüchtlingsproblem aus Nordafrika "inneritalienisch" zu lösen. 40.000 Flüchtlinge auf der Insel Lampedusa bedeuteten "noch keine europäische Krise".
dapd
