Die ehemalige Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), Margot Käßmann, übernimmt im April 2012 nach rund zweijähriger Pause wieder ein Amt in der EKD. Sie soll als Botschafterin für das 500. Reformationsjubiläum werben, dass 2017 gefeiert wird. Im Jahr 1517 hatte Martin Luther mit seinem Thesenanschlag in Wittenberg die Reformation eingeleitet.
Käßmann wirbt für 500. Reformationsjubiläum
Berlin (dapd). Die ehemalige Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), Margot Käßmann, übernimmt im April 2012 nach rund zweijähriger Pause wieder ein Amt in der EKD. Sie soll als Botschafterin für das 500. Reformationsjubiläum werben, dass 2017 gefeiert wird. Im Jahr 1517 hatte Martin Luther mit seinem Thesenanschlag in Wittenberg die Reformation eingeleitet. Käßmann solle dem großen Jubiläum weiteren Schwung verleihen, sagte der jetzige EKD-Ratsvorsitzende Nikolaus Schneider am Freitag in Berlin.
Käßmann war im Februar 2010 nach einer Trunkenheitsfahrt von ihren Kirchenämtern zurückgetreten. Sie erfreut sich dennoch weiterhin großer Beliebtheit, beim jüngsten Evangelischen Kirchentag in Dresden verfolgten Tausende Menschen begeistert ihre Auftritte. Nun kehrt sie nach einem einstimmigen Beschluss des EKD-Rats in dessen Dienste zurück.
Schneider erklärte, er erhoffe sich von der Berufung seiner Vorgängerin in das neue geschaffene Amt der Lutherbotschafterin vor allem einen Schub für die Ökumene und die internationale Wahrnehmung der Feierlichkeiten. Das Reformationsjubiläum solle weder eine konfessionelle noch eine nationale Verengung erfahren. Käßmann solle Vernetzungsarbeit leisten und die vielen guten Ideen, die es bereits für 2017 gebe, koordinieren und in alle Richtungen lebendig vermitteln, erläuterte der EKD-Chef. Sie sei besonders befähigt, Feuer und Begeisterung zu transportieren.
Käßman sieht ihre künftige Aufgabe vor allem darin, zu predigen, zu schreiben und Vorträge zu halten. So wolle sie das lutherische Verständnis von der Freiheit des Christenmenschen, die Bildungsideale der Reformation und die Sprachfähigkeit des Glaubens in der heutigen Zeit als zentrale Botschaft des Reformationsjahres unter die Menschen bringen. "Hinter der Reformation verbirgt sich großes Potenzial für heute und für die Zukunft. Martin Luther ist Vorbild für uns heute, aus dem Glauben heraus Standpunkte zu finden", sagte Käßmann. Die Kirche wolle das Jubiläum international, ökumenisch und glaubensfroh feiern.
Der Präsident des EKD-Kirchenamts, Hans Ulrich Anke, sagte, das Amt sei Käßmann mit ihrer hohen nationalen und internationalen Reputation auf den Leib geschrieben. "Sie kann viele Herzen und Köpfe erreichen und begeistern."
dapd
