Rund 160 Stellen sollen über Abfindungsprogramm abgebaut werden Vertrag zur Standortsicherung bei Alstom unterschrieben

Arbeitnehmer und Arbeitgeber haben sich nach monatelangem Ringen um die Zukunft des von Sparplänen bedrohten Alstom-Werkes in Salzgitter auf Bedingungen zur Standortsicherung geeinigt. Die Verträge seien in der Nacht zu Donnerstag unterschrieben worden, teilte die IG Metall mit. Die Laufzeit dauere bis zum 30. August 2016.

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Vertrag zur Standortsicherung bei Alstom unterschrieben

Salzgitter (dapd). Arbeitnehmer und Arbeitgeber haben sich nach monatelangem Ringen um die Zukunft des von Sparplänen bedrohten Alstom-Werkes in Salzgitter auf Bedingungen zur Standortsicherung geeinigt. Die Verträge seien in der Nacht zu Donnerstag unterschrieben worden, teilte die IG Metall mit. Die Laufzeit dauere bis zum 30. August 2016.

Betriebsbedingte Kündigungen sind laut der Gewerkschaft bis Ende August 2016 ausgeschlossen. Mithilfe eines freiwilligen Abfindungsprogramms sollen rund 160 Stellen abgebaut werden. Zudem wird ein Teil der in den Ruhestand gehenden Beschäftigten nicht ersetzt. Das Urlaubsgeld wird für den Zeitraum von vier Jahren halbiert, wenn die betriebswirtschaftlichen Ziele nicht erreicht werden.

IG-Metall-Bezirksleiter Hartmut Meine sprach von einem "tragfähigen, aber für die Beschäftigten schmerzhaften Kompromiss". Die Zukunft des Alstom-Standortes sei nachhaltig gesichert. Der IG-Metall-Bevollmächtigte in Salzgitter, Horst Ludewig, sagte, die Beschäftigten müssten "eine Menge zur Sicherung des Standortes und der Beschäftigten beitragen" und würden dies nun auch vom Management erwarten. "Die Kuh ist endlich vom Eis", sagte Alstom-Betriebsratschef Bernd Eberle.

Am Standort Salzgitter sollen zentrale Umfänge des Stahlrohbaus erhalten bleiben. Die Partnerschaft mit dem polnischen Standort in Kattowitz wird ausgebaut. Die tariflich abgesicherte Arbeitszeit beträgt weiterhin 35 Stunden pro Woche. Es wird aber eine unbezahlte Arbeitsstunde pro Woche zur Qualifizierung eingeführt.

Erst am Mittwoch hatte der Betriebsrat aus Frust über den Verlauf der Verhandlungen der Geschäftsführung damit gedroht, eine unbefristete Betriebsversammlung abzuhalten. Der Bahntechnik-Hersteller hatte in Salzgitter ursprünglich den Abbau von 700 Stellen und die Verlagerung des Stahl-Rohbaus nach Polen geplant.

Weitere Einzelheiten will die Gewerkschaft auf einer Pressekonferenz in Hannover erläutern.

dapd