DIW: Griechenland braucht Schuldenschnitt Zu hohe Zinsen

Weitere Finanzspritzen für Griechenland sind nach Einschätzung des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW) herausgeworfenes Geld. "Griechenlands Schulden sind so hoch, dass das Land unter der Zinsbelastung zusammenbricht. Auch ein weiterer Rettungsschirm kann da keine Abhilfe schaffen", sagte DIW-Konjunkturchef Ferdinand Fichtner am Mittwoch in Berlin.

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Zu hohe Zinsen

Berlin (dapd). Weitere Finanzspritzen für Griechenland sind nach Einschätzung des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW) herausgeworfenes Geld. "Griechenlands Schulden sind so hoch, dass das Land unter der Zinsbelastung zusammenbricht. Auch ein weiterer Rettungsschirm kann da keine Abhilfe schaffen", sagte DIW-Konjunkturchef Ferdinand Fichtner am Mittwoch in Berlin.

"Griechenland braucht einen Schuldenschnitt, nur dann hat es eine Chance auf eine selbstständige Erholung von der Krise", erklärte der Wirtschaftsforscher. "Auch das jetzt beschlossene Hilfsprogramm reicht nicht aus, um dem Land eine langfristige Perspektive zu geben."

Die Glaubwürdigkeit der Europäischen Zentralbank (EZB) habe gelitten. "Die EZB wäre gut beraten, sich wieder auf die Sicherung der Preisstabilität zu konzentrieren und sich aus der Rettung der südeuropäischen Krisenländer etwas mehr herauszuhalten", kritisierte Fichtner. "Die derzeitige Geldpolitik ist allenfalls für die südeuropäischen Mitgliedsländer der Währungsunion angemessen, nicht aber für die übrigen Länder, in denen deutlich höhere Zinsen angebracht wären."

dapd