Amtseinführung am 27. August Neuer Berliner Erzbischof Woelki will die Ökumene pflegen

Der neue Berliner Erzbischof Rainer Maria Woelki wird am 27. August in sein Amt eingeführt. Das teilte das Erzbistum am Dienstag bei Woelkis erstem öffentlichen Auftritt in Berlin mit. Der 54-jährige Kölner Weihbischof folgt Kardinal Georg Sterzinsky nach, der aus Gesundheitsgründen Ende Februar zurückgetreten war. Nach schwerer Krankheit war der 75-Jährige am Donnerstag verstorben.

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Neuer Berliner Erzbischof Woelki will die Ökumene pflegen

Berlin (dapd). Der neue Berliner Erzbischof Rainer Maria Woelki wird am 27. August in sein Amt eingeführt. Das teilte das Erzbistum am Dienstag bei Woelkis erstem öffentlichen Auftritt in Berlin mit. Der 54-jährige Kölner Weihbischof folgt Kardinal Georg Sterzinsky nach, der aus Gesundheitsgründen Ende Februar zurückgetreten war. Nach schwerer Krankheit war der 75-Jährige am Donnerstag verstorben.

Woelki würdigte die Arbeit seines Amtsvorgängers. Sterzinskys habe viel für das Bistum getan, er habe schwierigen Situationen wie den Mauerfall bewältigt. Sein Tod habe ihn "bedrückt und betroffen gemacht", sagte Woelki. Besonderer Dank gelte auch dem Papst und dem Berliner Domkapitel dafür, dass sie ihm die Arbeit als Erzbischof zugetraut hätten. Er werde nun in Berlin zuallererst "hinhören".

Zugleich betonte der Bischof: "Wir müssen hier in Berlin das Rad und die Kirche nicht neu erfinden. Hier ist viel Gutes gewachsen." Besonderen Respekt zolle er den Christen aus dem Osten. Diese hätten zu DDR-Zeiten zusammengestanden haben, ihren Glauben praktiziert und vieles auf sich genommen.

Mit Blick auf seinen Vorgänger kündigte der neue Erzbischof an, weiter gute Kontakte mit den evangelischen Christen der Stadt zu pflegen. Mit dem evangelischen Landesbischof Markus Dröge wolle er sich "in absehbarer Zeit" treffen. Wie Sterzinsky werde auch er die Ökumene pflegen, wenngleich er sich über Unterschiede zwischen der evangelischen und der katholischen Kirche "nicht einfach hinwegsetzen" werde. "Ich denke, dass wir im gegenseitigen Respekt miteinander umgehen sollten", fügte Woelki hinzu.

Auf eine Einladung des Lesben- und Schwulenverbandes Berlin-Brandenburg angesprochen, sagte der neue Erzbischof, er nehme die Einladung an. "Ob vor oder nach Papstbesuch, werden wir sehen. Ich bin aber gern bereit, mit denjenigen, die an einem glaubhaften Dialog interessiert sind, diesen zu führen."

Fragen zu Berichten, wonach er Homosexualität als "gegen die Schöpfungsordnung" verstoßend bezeichnet haben soll, beantwortete der Bischof mit einem Verweis auf Vertraulichkeit. Die Angelegenheit resultiere aus einem Personalgespräch, über das er öffentlich nicht sprechen könne. "Ich lasse mich aber nicht, und auch die Kirche nicht über Sexualmoral definieren. Die Kirche ist keine Moralanstalt", betonte Woelki.

Sein Amtsvorgänger Sterzinsky solle ab Mittwoch in der St. Hedwigskathedrale aufgebahrt werden, damit Gläubige und Amtsbrüder von ihm Abschied nehmen können, sagte Woelki weiter. Die Bestattung des Altbischofs in der Unterkirche sei für Samstagnachmittag geplant.

Im Erzbistum Berlin leben nach Angaben der Deutschen Bischofskonferenz 391.000 Katholiken. Es umfasst neben der Bundeshauptstadt auch Teile Brandenburgs sowie den Osten Mecklenburg-Vorpommerns und einen sehr kleinen Teil von Sachsen-Anhalt. Mit 31.200 Quadratkilometern ist es flächenmäßig das zweitgrößte Bistum in Deutschland.

dapd