Bundespräsident Christian Wulff hat vor einer Verharmlosung der SED-Diktatur gewarnt. Bis heute schwärmten Menschen von den sozialen Errungenschaften der DDR, sagte Wulff zum Auftakt der Veranstaltungsreihe "Vergangenheit erinnern - Demokratie gestalten" der Bundesstiftung Aufarbeitung der SED-Diktatur am Montag in Berlin.
Wulff gegen Verklärung der DDR
Berlin (dapd). Bundespräsident Christian Wulff hat vor einer Verharmlosung der SED-Diktatur gewarnt. Bis heute schwärmten Menschen von den sozialen Errungenschaften der DDR, sagte Wulff zum Auftakt der Veranstaltungsreihe "Vergangenheit erinnern - Demokratie gestalten" der Bundesstiftung Aufarbeitung der SED-Diktatur am Montag in Berlin. Antworten auf diese "Verklärungen" dürften sich nicht mit dem Hinweis begnügen, dass die DDR diese Errungenschaften oft mit diktatorischen Mitteln durchgesetzt habe.
"Wir müssen zukunftsfähige Antworten finden auf Fragen nach dem sozialen Zusammenhalt, nach Gerechtigkeit in der Gesellschaft, nach fairer Teilhabe am Arbeitsmarkt", mahnte Wulff. Dies müssten Antworten "einer demokratischen, freiheitlichen und rechtsstaatlichen Gesellschaft" sein.
Die Haftstrafen der aus politischen Gründen inhaftierten Männer und Frauen in der DDR summierten sich Wulff zufolge auf mindestens 250.000 Gefängnisjahre.
dapd
