Der Kölner Weihbischof Rainer Maria Woelki wird neuer Oberhirte der rund 390.000 Katholiken im Bistum Berlin. Papst Benedikt XVI. ernannte den Geistlichen zum neuen Erzbischof von Berlin, wie am Samstag parallel im Vatikan und in Berlin bekannt gegeben wurde. Der 54-Jährige Würdenträger folgt Kardinal Georg Sterzinsky nach, der aus Gesundheitsgründen Ende Februar zurückgetreten war.
Woelki neuer katholischer Oberhirte in Berlin
Berlin (dapd). Der Kölner Weihbischof Rainer Maria Woelki wird neuer Oberhirte der rund 390.000 Katholiken im Bistum Berlin. Papst Benedikt XVI. ernannte den Geistlichen zum neuen Erzbischof von Berlin, wie am Samstag parallel im Vatikan und in Berlin bekannt gegeben wurde. Der 54-Jährige Würdenträger folgt Kardinal Georg Sterzinsky nach, der aus Gesundheitsgründen Ende Februar zurückgetreten war. Nach schwerer Krankheit verstarb der 75-Jährige am Donnerstag. Er hatte das Bistum fast 22 Jahre lang geleitet.
Dem Kölner Domradio sagte der künftige Berliner Erzbischof, er sei von der Entscheidung des Berliner Domkapitels, das ihn gewählt habe, "völlig überrascht" worden. Er habe sich erst nach "langer Überlegung" dazu entschlossen, die Wahl anzunehmen. Er sehe es auch als Berliner Erzbischof als seinen Auftrag an, "den Menschen von Gott zu erzählen".
Berlins Regierender Bürgermeister Klaus Wowereit (SPD) sagte, er freue sich, dass die Entscheidung nun gefallen sei. Er biete dem neuen Berliner Erzbischof eine "gute Zusammenarbeit" an. Die Grünen-Spitzenkandidatin für die Abgeordnetenhauswahl, Renate Künast, sagte, sie hoffe, dass Woelki wie sein Vorgänger die Vielfalt und Buntheit Berlins wahrnehmen, anerkennen und dessen beeindruckendes humanitäres Engagement fortsetzen möge.
Das künftige Oberhaupt des Erzbistums soll am Dienstag (5. Juli, 11.00 Uhr) im Erzbischöflichen Ordinariat auf einer Pressekonferenz in Berlin vorgestellt werden. Der Termin für seine Amtseinführung steht nach Angaben des Erzbistums noch nicht fest. Am 22. September ist das Bistum erste Station der Deutschlandreise von Papst Benedikt XVI. Er wird eine Messe im Berliner Olympiastadion halten.
Termin für Amtseinführung steht noch nicht fest
Der Berliner Weihbischof Matthias Heinrich zeigte sich erfreut, "dass wir endlich einen Erzbischof haben - auch in einer für römische Verhältnisse relativ kurzen Zeit". Das Amt war seit dem Rücktritt Sterzinskys vakant.
Zu der Frage, ob der neue Erzbischof noch vor dem Papstbesuch in sein Amt eingeführt werde, sagte Heinrich: "Wir hoffen und gehen davon aus, dass dies möglich ist. Das ist ja der Sinn dieses schnellen Verfahrens gewesen, dass der Papst, wenn er kommt, einen Bischof vorfindet."
Meisner will Woelki angemessen verabschieden
Der Kölner Erzbischof Kardinal Joachim Meisner erklärte, er habe die Nachricht von der Ernennung Woelkis "mit einem lachenden und mit einem weinenden Auge" zur Kenntnis genommen. Er freue sich über das große Vertrauen, das der Heilige Vater damit dem Weihbischof gegenüber ausdrücke. Er werde aber eine "große Lücke" in Köln hinterlassen. Meisner sagte: "Wir danken ihm und werden ihn in einer angemessenen Weise von Köln verabschieden."
Die Evangelische Kirche Berlin-Brandenburg-schlesische Oberlausitz (EKBO) gratulierte Woelki zu seiner Ernennung. Der Wahlspruch des Weihbischofs aus der Apostelgeschichte "Nos sumus testes" - "Wir sind Zeugen" eröffne in einem pluralen und multireligiösen Umfeld neue Perspektiven, sagte Bischof Markus Dröge. Er freue sich darauf, sich "gemeinsam mit dem wanderbegeisterten Bischof auf den Weg zu machen".
dapd
