Im Güterverkehr fahren andere Bahnen bereits mehr als ein Viertel der Transporte Konkurrenzdruck auf die Deutsche Bahn AG wächst

Der Anteil der Deutschen Bahn AG am deutschen Schienengüterverkehr ist 2010 erstmals unter 75 Prozent gesunken. Zwar steigerte die DB ihre Verkehrsleistung um 11,2 Prozent, die Konkurrenz legte aber um 14,3 Prozent zu, was ihr 25,1 Prozent der 107,3 Milliarden gefahrenen Tonnenkilometer sicherte. Das geht aus dem Wettbewerbsbericht 2011 der Bahn hervor, den ihr Chef Grube am Donnerstag vorstellte.

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Konkurrenzdruck auf die Deutsche Bahn AG wächst

Berlin (dapd). Der Anteil der Deutschen Bahn AG am deutschen Schienengüterverkehr ist 2010 erstmals unter 75 Prozent gesunken. Zwar steigerte die DB ihre Verkehrsleistung um 11,2 Prozent, die Konkurrenz legte aber um 14,3 Prozent zu, was ihr 25,1 Prozent der 107,3 Milliarden gefahrenen Tonnenkilometer sicherte. Das geht aus dem Wettbewerbsbericht 2011 der Bahn hervor, den ihr Chef Rüdiger Grube am Donnerstag vorstellte. Bundesverkehrsminister Peter Ramsauer (CSU) wertete die Zahlen als Beleg für die richtige Politik der Regierung.

"Die Ergebnisse zeigen: Bei uns in Deutschland funktioniert der Wettbewerb auf der Schiene", erklärte der Vorstandsvorsitzende Grube. Er zeigte sich allerdings auch verärgert darüber, dass "in öffentlichen Debatten die Diskriminierungs- und Behinderungsvorwürfe" anderer Staatsbahnen gegen die DB AG nicht hinterfragt würden. Die Bahnen profitierten in ihren Heimatmärkten von Einschränkungen beim Netzzugang.

Insgesamt wuchsen dem Wettbewerbsbericht zufolge die deutschen Schienenverkehrsmärkte seit der Bahnreform 1994 stark. Im Personenverkehr nahm die Verkehrsleistung bis 2010 um 27 Prozent, im Güterverkehr sogar um knapp 52 Prozent zu.

Im Regionalverkehr legten die Konkurrenten ebenfalls zu. Der Anteil der DB an den gefahrenen Personenzugkilometern lag 2010 bei 78,4 Prozent (Vorjahr: 79,7 Prozent). Er sank damit erstmals in diesem Jahrhundert auf weniger als 500 Millionen Zugkilometer.

Im Schienenfernverkehr fährt die Bahn bislang praktisch konkurrenzlos. Für September hat allerdings das Unternehmen Locomore die Aufnahme eines planmäßigen Verkehrs auf Intercity-Niveau zwischen Hamburg und Köln angekündigt.

Die Deutsche Bahn ihrerseits baute ihre Position in Europa sowohl im Schienen- als auch im Güterverkehr weiter aus. Im vergangenen Jahr wurde sie durch den Erwerb von Arriva zu einem der größten Anbieter von Schienen- und Bus-Personenverkehr in Großbritannien. Dort fährt sie jetzt 71 Millionen Zugkilometer.

"Mehr Wettbewerb verbessert das Angebot", sagte Ramsauer. Mit der Förderung des Wettbewerbs auf der Schiene schaffe die Regierung "attraktivere Konditionen für Kunden und Anbieter gleichermaßen". Das geschehe auf drei Wegen: "Wir sorgen mit höheren Investitionen für eine bessere Infrastruktur, wir schaffen klare Regeln für den Wettbewerb, und wir treiben die europäische Marktöffnung voran."

dapd