Der Hauptgeschäftsführer des Bundesverbandes der deutschen Banken, Michael Kemmer, hält den französischen Vorschlag zur Bankenbeteiligung an der Griechenland-Hilfe für eine gute Diskussionsgrundlage. "Der ist insofern ganz pfiffig, weil er ohne staatliche Garantien eine sich selbst aufbauende Sicherheit bietet", sagte Kemmer am Donnerstag in einem Interview mit der Nachrichtenagentur dapd.
Bankenverband lobt französischen Vorschlag für Griechenland
Berlin (dapd). Der Hauptgeschäftsführer des Bundesverbandes der deutschen Banken, Michael Kemmer, hält den französischen Vorschlag zur Bankenbeteiligung an der Griechenland-Hilfe für eine gute Diskussionsgrundlage. "Der ist insofern ganz pfiffig, weil er ohne staatliche Garantien eine sich selbst aufbauende Sicherheit bietet", sagte Kemmer am Donnerstag in einem Interview mit der Nachrichtenagentur dapd.
Der Vorschlag sieht eine Verlängerung eines Teils der Schulden um 30 Jahre zu 5,5 Prozent Zinsen vor sowie einen Zuschlag, der vom Wirtschaftswachstum abhängt. Zudem soll ein Treuhand-Fonds zur Absicherung aufgebaut werden.
Kemmer zufolge verhandeln die Privatbanken, die Versicherungen und die Landesbanken am (heutigen) Donnerstag mit Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble (CDU) über das Thema. "Ich bin sehr zuversichtlich. Es sind alle guten Willens. Niemand hat ein Interesse, dass hier ein Flächenbrand entsteht", sagte Kemmer. "Es wäre fahrlässig zu sagen: Lasst doch die Griechen einfach pleitegehen."
An anderer Stelle gibt es laut Kemmer Verbesserungsbedarf. "Wir haben Probleme bei der Bilanzierung und bei den Ratingagenturen. Das muss noch diskutiert werden", sagte Kemmer. "Es ist noch unklar, ob abgeschrieben werden muss, wenn die alten griechischen Anleihen gegen die neuen getauscht werden." Er fügte hinzu: "Wenn die auslaufenden Anleihen weitergerollt werden, besteht ein latentes Abwertungsproblem." Bei niedrigeren Zinsen als 5,5 Prozent sei der Wert der neuen Anleihen geringer.
"Das Thema ist sehr kompliziert, die Wirtschaftsprüfer müssen die Einzelheiten klären. Allein schon weil es bei der nationalen und internationalen Rechnungslegung unterschiedliche Standards gibt. Entscheidend ist, ob es sich um den Kauf einer neuen Anleihe handelt, dann müsste abgeschrieben werden, bei einer Verlängerung wäre es unter Umständen nicht notwendig ", sagte Kemmer.
Das zweite Problem sei: "Wie reagieren die Ratingagenturen? Sagen sie, das ist ein Zahlungsausfall? Dann hätte man möglicherweise das Problem, das die Kreditversicherungen einspringen müssten, die Credit Default Swaps (CDS)", fügte Kemmer hinzu. "Da weiß man nicht, wer hat überall die CDS geschrieben, wer muss also einspringen? Und wie sind diese Institutionen abgesichert? Das muss man auch noch klären."
dapd
