Mit Erleichterung hat die Bundesregierung auf die Zusage Griechenlands zum geplanten Sparpaket reagiert. Der Beschluss sei ein wichtiger Schritt für die Zukunft Griechenlands, aber auch für die Stabilität des Euro, sagte Bundeskanzlerin Angela Merkel.

Ein wichtiger Schritt für die Stabilität des Euro
"Griechenland hat gezeigt, dass es bereit ist, einen schwierigen Weg zu gehen", sagte Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) am Mittwoch im Berliner Kanzleramt. Es sei aber klar, dass viele Griechen nun Opfer bringen müssten. Aber nur durch das Sparprogramm werde es möglich, dass Athen seine Schulden abbaue und auf den Wachstumspfad zurückkehre. "Dabei werden wir mit der EU hilfreich zur Seite stehen", sagte Merkel. Insgesamt sei das Votum eine gute Nachricht, die Europa bei der Stabilisierung des Euro "ein ganzes Stück" voranbringe.
Wirtschaftsminister Philipp Rösler (FDP) erklärte, Griechenland müsse nun "einen konsequenten Wachstumspfad einschlagen", um seine Wettbewerbsfähigkeit wiederherzustellen. Finanzminister Wolfgang Schäuble (CDU) sagte, das griechische Parlament habe bewiesen, dass es sich seiner Verantwortung für das Land und die Eurozone bewusst ist. "Jetzt gilt es, auch einen Konsens über die einzelnen Maßnahmen zu finden und diese dann in den kommenden Wochen, Monaten und Jahren entschlossen umzusetzen." Morgen werden Griechenlands Politiker über die Details der Sparpläne festlegen.
Der Weg ist frei für weitere Hilfen
Außenminister Guido Westerwelle (FDP) sprach von einer "ebenso richtigen wie unvermeidlichen" Entscheidung des griechischen Parlaments. "Damit ist nun der Weg frei für die Auszahlung der nächsten Tranche der internationalen Finanzhilfen und die Verabschiedung eines neuen Hilfspakets."</p><h2>Weidmann: "Prozess noch nicht zu Ende"
Erleichterung herrschte an den Finanzmärkten: Der DAX gab nach der Entscheidung zunächst nach, kletterte aber dann auf 7.294 Punkte und lag damit fast zwei Prozent im Plus. Auch der Eurokurs reagierte zunächst mit Abschlägen, stieg dann aber wieder deutlich über 1,44 Dollar.
Bundesbankpräsident Jens Weidmann erklärte, dass mit der Abstimmung das griechische Schuldenproblem noch lange nicht gelöst sei. "Das ist ein wichtiger Schritt, aber der Prozess ist noch nicht zu Ende", sagte er in Berlin. Bundesbank-Vorstandsmitglied Carl-Ludwig Thiele sagte: "Die Probleme sind durch Griechenland gekommen. Griechenland ist in der Pflicht, die Probleme zu lösen und hat heute einen wichtigen Schritt gemacht."
Zuvor hatte das Sparpaket der griechischen Regierung die entscheidende Hürde im Parlament genommen. Damit ist der Weg frei für Finanzhilfen der Europäischen Union und des Internationalen Währungsfonds (IWF). Das Paket sieht Einsparungen und Steuererhöhungen über 28 Milliarden Euro in den kommenden fünf Jahren vor.
dapd