Europäische Banken wollen Griechenland 30 Milliarden Euro zur Verfügung stellen. Die Athener Regierung soll durch diese Beteiligung der Banken von Juli 2011 bis Juli 2014 zusätzliche Unterstützung bekommen.
30 Milliarden Euro für Griechenland
Bis Mitte 2014 würden geschätzt 85,5 Milliarden Euro griechischer Anleihen fällig. Davon halte die Europäische Zentralbank 25 Milliarden Euro, schrieb die Fédération Bancaire Française. Die Banken hielten 60,5 Milliarden Euro. 80 Prozent dieser Summe, das heißt bis zu 50 Milliarden Euro, könnten in den komplizierten Mechanismus für die Griechenland-Hilfe eingebracht werden, der am Ende der griechischen Regierung netto 30 Milliarden bringen werde.
Die Teilnehmer würden mindestens 70 Prozent der auslaufenden Schulden wieder in neuen griechischen Staatsanleihen anlegen, die eine Laufzeit von 30 Jahren hätten. Die Zinsen würden 5,5 Prozent betragen. Außerdem gäbe es einen Zuschlag, der zwischen 0 und 2,5 Prozent liegen solle, je nachdem, wie stark das griechische Bruttosozialprodukt wachse.
Athen soll neue Anleihen wieder anlegen
Der griechische Staat soll einen Teil der neuen Anleihen selber wieder in hochbewertete Staatsanleihen anderer Länder, supranationaler Organisationen oder europäischer Agenturen anlegen. Diese Anleihen würden nicht verzinst und würden als Sicherheit für rund 50 Prozent der Gesamtsumme dienen.
Als Alternative für jene Gläubiger, die bei dieser Konstruktion nicht mitmachen wollen, schlagen die französischen Banken vor, dass die Teilnehmer mindestens 90 Prozent, aber vorzugsweise 100 Prozent in fünfjährige griechische Anleihen zu Zinsen von 5,5 Prozent anlegen.
Die Vorteile bestehen den französischen Banken zufolge darin, dass sich die privaten Gläubiger in fairer Weise an den Rettungspaketen der öffentliche Institutionen beteiligen. Und dass Griechenland weitermachen könne mit seinen Reformen.
Wichtig sei es, dass die Bewertungsagenturen informell erklärten, dass der Vorschlag keine weitere Abstufung oder einen Zahlungsausfall für Griechenland, die existierenden und neuen Staatspapiere bedeuten. Außerdem müsse die Europäische Zentralbank erklären, dass sie ihre griechischen Staatsschulden nicht verkauft in der Zeit bis 2014. Eine bedeutsame Mehrheit der Gläubiger müsse mitmachen. Griechenland müsse seine Sparverpflichtungen erfüllen, ebenso wie die EU und der Internationale Währungsfonds ihre Finanzierungsverpflichtungen.
Bundespräsident sieht Banken in der Pflicht
Bundespräsident Christian Wulff pocht auf einen Beitrag der Banken zur Lösung der Griechenland-Krise. "Die Banken müssen Verantwortung übernehmen: zum Beispiel Kredite strecken, Zinsen verändern", sagte Wulff der Wochenzeitung "Die Zeit". Aus seiner Sicht bedarf es eines überzeugenden und tragfähigen Gesamtkonzepts, "bei dem wirklich alle herangezogen werden". Ohne das werde der Zweifel "letztlich überall in Europa wachsen".
dapd
