Siemens setzt voll auf die Schwellenländer: In den kommenden fünf Jahren will der Industriegigant dort in allen Geschäftszweigen schneller wachsen als der Markt.
Siemens richtet Wachstumsstrategie auf Schwellenländer aus
Shanghai (dapd). Siemens setzt voll auf die Schwellenländer: In den kommenden fünf Jahren will der Industriegigant dort in allen Geschäftszweigen schneller wachsen als der Markt. "Die Schwellenländer bleiben der Wachstumsmotor der Weltwirtschaft. Siemens ist mit seiner starken lokalen Präsenz und den richtigen Produkten hervorragend aufgestellt, um an dem Wachstum dieser Märkte überdurchschnittlich teilzuhaben", sagte Siemens-Vorstandsmitglied Roland Busch am Dienstag auf dem Capital Market Day in Shanghai.
Dafür solle die Entwicklung von Produkten für die Schwellenländer vorangetrieben und die lokale Wertschöpfung ausgebaut werden. Ein Wettbewerbsvorteil sei die teilweise schon langjährige Präsenz auf diversen Schwellenmärkten, sagte der Manager.
Einen Ansatzpunkt für die Wachstumsstrategie sieht Siemens unter anderem im neuen Fünfjahresplan der chinesischen Regierung. Dieser sehe massive Investitionen in erneuerbare Energien, intelligente Netze, Elektromobilität und in die Verbesserung des Gesundheitssystems vor. Aber auch der wachsende Energiebedarf Indiens verspreche Chancen. Das Land will bis 2020 zusätzliche 200 Gigawatt Strom ins Netz einspeisen. Russland will bis 2030 knapp 300 Milliarden Euro in den Ausbau des Schienennetzes investieren.
Bereits in den vergangenen Jahren hatte Siemens in den Schwellenländern ein starkes Wachstum verzeichnet. So verdoppelte sich der Umsatz der fortgeführten Aktivitäten seit dem Geschäftsjahr 2005 bis 2010 auf rund 22 Milliarden Euro, was einem durchschnittlichen jährlichen Wachstum von 17 Prozent entspricht. Das Bruttoinlandsprodukt legte im selben Zeitraum um durchschnittlich 6,1 Prozent zu. 2010 belief sich der Umsatzanteil der Schwellenländer von 20 auf 30 Prozent im Jahr 2005.
Ein Erfolgsfaktor sei die lokale Wertschöpfung. So sei die Mitarbeiterzahl in den Schwellenländern in den vergangenen fünf Jahren deutlich aufgestockt worden, sowohl in den Bereichen Fertigung und Vertrieb als auch in der Forschung und Entwicklung. Nur so könnten Produkte auf die speziellen Bedürfnisse der einzelnen Märkte angepasst werden.
Starkes Wachstum weist auf den Schwellenmärkten laut Siemens vor allem das Geschäft mit Produkten im Einstiegssegment auf. Diese Produkte seien im Gegensatz zu High-End-Produktenen einfach, wartungsfreundlich, kostengünstig, zuverlässig und zeitnah am Markt und böten großes Wachstumspotenzial. Der Markt für Einstiegsprodukte wachse weltweit um sieben Prozent im Jahr, in China und Indien um zehn Prozent.
dapd
