Ermittlungen wegen des Verdachts der Insolvenzverschleppung und des gewerbsmäßigen Betruges Razzia bei Teldafax

Zwei Wochen nach der Insolvenz des Energiediscounters Teldafax hat die Staatsanwaltschaft Bonn die Geschäftsräume des Unternehmens und Privaträume von Managern durchsucht.

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Razzia bei Teldafax

Bonn (dapd). Zwei Wochen nach der Insolvenz des Energiediscounters Teldafax hat die Staatsanwaltschaft Bonn die Geschäftsräume des Unternehmens und Privaträume von Managern durchsucht. Gegen Verantwortliche der Teldafax Holding und ihrer Tochtergesellschaften werde wegen des Verdachts der Insolvenzverschleppung und des gewerbsmäßigen Betruges ermittelt, sagte am Montag der Sprecher der Justizbehörde, Friedrich Apostel.

Dabei geht die Staatsanwaltschaft nicht nur dem Verdacht nach, dass das Unternehmen viel zu spät Insolvenzantrag stellte. Sie prüft auch, ob Teldafax Kunden bewusst in eine "Vorauszahlungs-Falle" lockte. Es bestehe der Verdacht, "dass eine Vielzahl von Verträgen in Kenntnis der desolaten finanziellen Situation abgeschlossen wurde, um die mit den Verträgen verbundenen Vorauszahlungen dieser Kunden zu vereinnahmen", heißt es in der Erklärung der Staatsanwaltschaft. Von diesen Vorauszahlungen dürften die Kunden nach Einschätzung von Verbraucherschützern nach der Insolvenz kaum etwas wiedersehen.

Die Ermittler vermuten, dass die Firma bereits mit den 2008 einsetzenden Strompreiserhöhungen ihre Kunden nicht mehr profitabel beliefern konnte. Dies habe zu hohen Verlusten geführt. Es bestehe deshalb der Verdacht, dass der Insolvenzantrag wegen bilanzieller Überschuldung und fehlender positiver Fortführungsprognose eigentlich viel früher hätte erfolgen müssen, erklärte die Staatsanwaltschaft.

Der einst größte unabhängige Energieanbieter Deutschlands hatte am 14. Juni Insolvenz angemeldet. Wenige Tage später hatte er auch die Belieferung seiner Kunden mit Strom und Gas eingestellt.

dapd