VW verzichtet auf Druck der EU-Kommission vorerst auf die Machtübernahme im MAN-Aufsichtsrat. Der MAN-Aufsichtsratsvorsitzende Ferdinand Piech teilte zum Auftakt der MAN-Hauptversammlung am Montag in München überraschend mit, dass VW-Vorstandschef Martin Winterkorn und die VW-Vorstände Hans Dieter Pötsch und Jochem Heizmann ihre Kandidatur für den MAN-Aufsichtsrat zurückgezogen hätten.
VW verzichtet auf Mehrheit im MAN-Aufsichtsrat
München (dapd). VW verzichtet auf Druck der EU-Kommission vorerst auf die Machtübernahme im MAN-Aufsichtsrat. Der MAN-Aufsichtsratsvorsitzende Ferdinand Piech teilte zum Auftakt der MAN-Hauptversammlung am Montag in München überraschend mit, dass VW-Vorstandschef Martin Winterkorn und die VW-Vorstände Hans Dieter Pötsch und Jochem Heizmann ihre Kandidatur für den MAN-Aufsichtsrat zurückgezogen hätten.
Die EU-Wettbewerbshüter prüfen derzeit das Übernahmeangebot von VW an die MAN-Aktionäre, mit dem VW "die fusionsrechtliche Genehmigung für eine engere Zusammenarbeit zwischen MAN, Scania und Volkswagen" erreichen will. Wie Piech erklärte, hat die EU-Kommission VW darauf hingewiesen, dass VW-Chef Winterkorn, Pötsch und Heizmann erst nach der Fusionsgenehmigung in den MAN-Aufsichtsrat einziehen sollten. Alle drei sitzen auch im Aufsichtsrat des schwedischen MAN-Konkurrenten Scania, an dem VW 72 Prozent hält.
VW habe daher beschlossen, anstelle dieser drei VW-Manager Audi-Einkaufschef Ulf Berkenhagen, den Rechtsanwalt Matthias Bruse und den ThyssenKrupp-Chefjustiziar Thomas Kremer für den MAN-Aufsichtsrat vorzuschlagen, sagte Piech, der auch dem VW-Aufsichtsrat vorsitzt.
Aktionärsschützer hatten die geplante Wahl der drei Scania-Aufsichtsräte in den MAN-Aufsichtsrat als Verstoß gegen den Corporate-Governance-Kodex guter Unternehmensführung scharf kritisiert.
dapd
