MAN-Chef Georg Pachta-Reyhofen hat auf der Hauptversammlung des Lastwagen- und Maschinenbaukonzerns für eine Partnerschaft mit Volkswagen und Scania geworben. Nach dem Übernahmeangebot von VW werde MAN wohl "Teil eines größeren Ganzen" werden, sagte der Vorstandsvorsitzende am Montag vor den Aktionären in München und betonte die Chancen einer engen Zusammenarbeit.
MAN-Chef wirbt für Schulterschluss mit VW und Scania
München (dapd). MAN-Chef Georg Pachta-Reyhofen hat auf der Hauptversammlung des Lastwagen- und Maschinenbaukonzerns für eine Partnerschaft mit Volkswagen und Scania geworben. Nach dem Übernahmeangebot von VW werde MAN wohl "Teil eines größeren Ganzen" werden, sagte der Vorstandsvorsitzende am Montag vor den Aktionären in München und betonte die Chancen einer engen Zusammenarbeit. Allerdings sei das VW-Angebot von 95 Euro je MAN-Stammaktie zu niedrig: Es spiegle das Wertpotenzial von MAN und das Synergiepotenzial der Partnerschaft nicht wider.
VW hatte seinen Anteil an MAN im Mai auf über 30 Prozent aufgestockt und den Aktionären das Pflichtangebot vorgelegt, um so die kartellrechtlichen Hürden für die Zusammenarbeit von MAN mit dem schwedischen Lastwagenbauer Scania zu beseitigen. Obwohl VW mit dem bewusst niedrigen Angebot nur 35 bis 40 Prozent der Anteile anstrebt und die Annahmefrist erst am Mittwoch ausläuft, will VW gegen den Widerstand von Aktionärsschützern und anderen Anteilseignern bereits auf der Hauptversammlung die Mehrheit im Aufsichtsrat übernehmen.
Neben dem VW- und MAN-Aufsichtsratsvorsitzenden Ferdinand Piech wollen sich auch VW-Vorstandschef Martin Winterkorn, die VW-Vorstände Hans Dieter Pötsch und Jochem Heizmann sowie Audi-Vorstandschef Rupert Stadler in das MAN-Kontrollgremium wählen lassen. Das verstößt gegen den Corporate-Governance-Kodex guter Unternehmensführung, weil Winterkorn, Pötsch und Heizmann auch im Aufsichtsrat des bisherigen Konkurrenten Scania sitzen. VW hält 72 Prozent an Scania.
Pachta-Reyhofen sagte, es dürfte klar sein, "dass die Zusammenarbeit nun in eine neue, offensive Phase gehen soll". Durch gemeinsamen Einkauf, Forschung, Entwicklung und Produktion könnten MAN, Scania und VW substanzielle Synergien erschließen. Allerdings dürfe der neue Verbund die Markenidentität von MAN "nicht antasten", forderte der MAN-Chef. Die bestehenden Geschäftsfelder einschließlich der Diesel-Turbo-Sparte, die Standorte, die Arbeitsplätze und die MAN-Zentrale in München müssten erhalten bleiben. VW habe entsprechende Zusicherungen gemacht und auch "keine Pläne für einen Rückzug von MAN von der Börse", sagte Pachta-Reyhofen auf der Hauptversammlung.
dapd
