Am meisten geklaut wird demnach in sozial schwachen Regionen, besonders in Ostdeutschland Bericht: 2.700 Fälle von Metalldiebstahl bei der Bahn

Für die Deutsche Bahn werden Metalldiebe mehr und mehr zum Problem. Im vergangenen Jahr registrierte die Bundespolizei einem Bericht des Nachrichtenmagazins "Spiegel" zufolge 2.700 Fälle von Eisen- und Buntmetalldiebstahl bei der Bahn.

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Bericht: 2.700 Fälle von Metalldiebstahl bei der Bahn

Hamburg (dapd). Für die Deutsche Bahn werden Metalldiebe mehr und mehr zum Problem. Im vergangenen Jahr registrierte die Bundespolizei einem Bericht des Nachrichtenmagazins "Spiegel" zufolge 2.700 Fälle von Eisen- und Buntmetalldiebstahl bei der Bahn. Dem Unternehmen seien rund 350 Tonnen Kupfer, 675 Tonnen Stahl, 2.400 Kilogramm Aluminium und 1.200 Tonnen andere Metalle wie Messing, Bronze und Rotguss abhandengekommen. In den ersten vier Monaten dieses Jahres seien bereits 1.400 neuerliche Fälle registriert worden.

Grund für den Anstieg der Zahl der Diebstähle um fast 50 Prozent seit 2009 sind die stark gestiegenen Rohstoffpreise auf den internationalen Märkten. Kostete eine Tonne Kupfer damals, während der Wirtschaftskrise, noch knapp 3.000 Dollar, liegt den Preis heute bereits bei über 10.000 Dollar. "Die hohen Preise auch für Altmetall locken organisierte Banden, die im großen Stil ganze Kabelrollen oder Schienenstränge verschieben, ebenso an wie Einzeltäter, die ein paar Kilo Stahl im Rucksack mitgehen lassen", sagte der Leiter der Bahn-Konzernsicherheit, Gerd Neubeck, dem Magazin.

Am meisten geklaut wird demnach in sozial schwachen Regionen, besonders in Ostdeutschland. Rund um Halle habe die Bundespolizei im vergangenen Jahr 243 Diebstähle registriert, in der Gegend um Magdeburg waren es 161, in Leipzig 121 Fälle. Es folgten die Regionen Essen, Dortmund, Neubrandenburg und Oranienburg. Mehr als 500 Täter habe die Bundespolizei allein im vergangenen Jahr festgenommen.

Am (morgigen) Montag wollen laut dem Bericht Sicherheitsexperten der Bahn mit Verantwortlichen der Bundespolizei erstmals zu einem "Buntmetallgipfel" zusammentreffen. Die Bahn sei nicht nur wegen des direkten finanziellen Schadens der Diebstähle besorgt, sondern sie fürchte auch Auswirkungen auf ihr Image. Im Jahr 2010 seien 8.500 Züge von dem Taten der Metalldiebe betroffen gewesen, 360 davon seien ganz oder teilweise ausgefallen.

dapd