Knapp zwei Monate nach Einführung der vollen Arbeitnehmerfreizügigkeit für EU-Bürger in Deutschland zieht Bundeswirtschaftsminister Philipp Rösler (FDP) ein ernüchterndes Fazit. Die seit Mai geltende Freizügigkeit habe für Deutschland bislang kaum Wirkung gezeigt, sagte Rösler dem "Hamburger Abendblatt" laut Vorabbericht. "Der Grund ist, dass wir die Grenzen zu spät geöffnet haben."
Rösler kritisiert späten Termin für Arbeitnehmerfreizügigkeit
Hamburg (dapd). Knapp zwei Monate nach Einführung der vollen Arbeitnehmerfreizügigkeit für EU-Bürger in Deutschland zieht Bundeswirtschaftsminister Philipp Rösler (FDP) ein ernüchterndes Fazit. Die seit Mai geltende Freizügigkeit habe für Deutschland bislang kaum Wirkung gezeigt, sagte Rösler dem "Hamburger Abendblatt" (Montagausgabe) laut Vorabbericht. "Der Grund ist, dass wir die Grenzen zu spät geöffnet haben. Viele hoch qualifizierte Fachkräfte haben längst einen weiten Bogen um Deutschland gemacht", sagte der Minister.
Rösler sagte, Deutschland fehlten allein im mathematisch-naturwissenschaftlichen Bereich 140.000 Fachkräfte. Es bestehe die Möglichkeit, dass deutsche Unternehmen ihre Standorte ins europäische Ausland verlegen, weil sie in Deutschland keine Fachkräfte mehr gewinnen. Deswegen gehöre die Fachkräftesicherung ganz oben auf die politische Agenda.
In Deutschland sind am 1. Mai die Freizügigkeitsbeschränkungen für Arbeitnehmer aus Estland, Lettland, Litauen, Polen, Tschechien, der Slowakei, Ungarn und Slowenien weggefallen.
dapd
