Einer der wichtigsten deutschen Aktionärsschützer hat die Politik beim Thema Frauenquote in Chefetagen zur Zurückhaltung aufgefordert. Familien-, Arbeits- und Justizministerium sowie das Kanzleramt äußerten sich gerne und oft zu dieser Frage, sagte der Hauptgeschäftsführer der Deutschen Schutzgemeinschaft für Wertpapierbesitz (DSW), Ulrich Hocker, im dapd-Gespräch.
Hocker fordert Politik zur Zurückhaltung bei Frauenquote auf
Berlin (dapd). Einer der wichtigsten deutschen Aktionärsschützer hat die Politik beim Thema Frauenquote in Chefetagen zur Zurückhaltung aufgefordert. Familien-, Arbeits- und Justizministerium sowie das Kanzleramt äußerten sich gerne und oft zu dieser Frage, sagte der Hauptgeschäftsführer der Deutschen Schutzgemeinschaft für Wertpapierbesitz (DSW), Ulrich Hocker, im dapd-Gespräch. "Die Karrieren deutscher weiblicher Führungskräfte fördert man damit sicher nicht", fügte er hinzu.
Die Diskussion sei bislang eine Arbeitsbeschaffungsmaßnahme für eine kleine Kaste ausländischer Aufsichtsrätinnen. In anderen Ländern, etwa Frankreich und Großbritannien, gebe es bereits mehr Frauen, die für Jobs an der Unternehmensspitze infrage kämen.
In Deutschland müssten Frauen in Vorstand und Aufsichtsrat zwar stärker vertreten sein, sagte der DSW-Hauptgeschäftsführer. Eine festgelegte Quote sei aber wenig sinnvoll.
"Aber man muss das evolutionär machen, damit die Damen auch die Chance haben, von unten nachzuwachsen", sagte Hocker, der auch Mitglied der Regierungskommission Deutscher Corporate Governance Kodex ist. Es werde noch eine Zeit dauern, bis es genug qualifizierte weibliche Führungskräfte auf dem Arbeitsmarkt gebe, um den Frauenanteil an den Unternehmensspitzen zu erhöhen.
Der Corporate Governance Kodex, in dem Regeln zur verantwortungsvollen Unternehmensführung aufgeführt sind, ist aus Hockers Sicht eine Erfolgsgeschichte. Kein großes Unternehmen könne es sich heute noch erlauben, dagegen zu verstoßen. Dafür sei die Kontrolle durch die Medien zu groß.
dapd
