Der Hauptgeschäftsführer der Deutschen Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz (DSW), Ulrich Hocker, hält Managergehälter über zehn Millionen Euro für gefährlich. "Das gefährdet den sozialen Frieden", sagte der Aktionärsschützer im dapd-Gespräch. Während er eine erfolgsabhängige Vergütung für Vorstände grundsätzlich begrüße, halte er für Aufsichtsräte ein festes Gehalt für besser geeignet.
Hocker: Managergehalt über zehn Millionen gefährdet sozialen Frieden
Berlin (dapd). Der Hauptgeschäftsführer der Deutschen Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz (DSW), Ulrich Hocker, hält Managergehälter über zehn Millionen Euro für gefährlich. "Das gefährdet den sozialen Frieden", sagte der Aktionärsschützer im dapd-Gespräch. Während er eine erfolgsabhängige Vergütung für Vorstände grundsätzlich begrüße, halte er für Aufsichtsräte ein festes Gehalt für besser geeignet.
Die neuen Regeln für Vorstandsgehälter, die Bonuszahlungen stärker vom langfristigen Erfolg abhängig machen, seien ein Schritt in die richtige Richtung. "Ich finde es gut, dass Nachhaltigkeit reinkommt", sagte Hocker. Ein Nachteil der Gesetzgebung sei aber, dass sie ein neues Geschäftsfeld für die Beratungsindustrie geschaffen habe. Große Unternehmen tendierten mittlerweile dazu, sechsstellige Honorare für die Ausarbeitung und Überprüfung der Gehälter von Vorstand und Aufsichtsrat auszugeben.
Der Weg hin zu nachhaltigen Vergütungen führe über öffentlichen Druck, sagte der sagte der DSW-Hauptgeschäftsführer weiter. Wichtig dafür sei Transparenz. "Das ist das Einzige, was wirklich gezählt hat."
Bei Aufsichtsräten macht sich Hocker für eine Professionalisierung stark. "Wir sind für den Berufsaufsichtsrat", sagte Hocker. Die Dividende sei aber kein gutes Kriterium, um die Vergütung der Kontrolleure daran auszurichten, weil Aufsichtsrat und Vorstand selbst darüber entscheiden. Eine erfolgsabhängige Vergütung hält er nicht für sinnvoll. "Die Arbeit eines Aufsichtsrats im Falle einer Restrukturierung oder Sanierung ist weitaus strapaziöser als im Falle eines florierendes Unternehmens", sagte der Aktionärsschützer. "Im ganzen Unternehmen muss es noch ein kontrollierendes Gremium geben, das nicht am Ertrag hängt."
dapd
