In der Debatte über Gentests an künstlich befruchteten Eizellen gibt es einen neuen Anlauf für ein Kompromissmodell.
Neuer Anlauf für Kompromisslösung bei Präimplantationsdiagnostik
Berlin (dapd). In der Debatte über Gentests an künstlich befruchteten Eizellen gibt es einen neuen Anlauf für ein Kompromissmodell. In dem Gesetzentwurf von Bundestagspräsident Norbert Lammert (CDU) und den Abgeordneten Rene Röspel (SPD) und Priska Hinz (Grüne) soll laut einem Vorabbericht der "Berliner Zeitung" (Freitagausgabe) die Passage gestrichen werden, nach der die sogenannte die Präimplantationsdiagnostik (PID) erlaubt werden soll, wenn der Tod des Kindes im ersten Lebensjahr wahrscheinlich ist.
Demzufolge wäre eine PID nur noch möglich, wenn die erbliche Belastung der Eltern mit hoher Wahrscheinlichkeit dazu führen würde, dass es zu einer Fehl- oder Totgeburt kommt. Hinz sagte der Zeitung: "In der Expertenanhörung im Bundestag hat sich gezeigt, dass das Kriterium des ersten Lebensjahres willkürlich ist."
Neben dem Kompromissvorschlag gibt es noch Entwürfe für ein vollständiges Verbot und eine begrenzte Zulassung der PID. Den Verbotsantrag haben dem Blatt zufolge 196 Abgeordnete unterzeichnet. Der Antrag für eine begrenzte Zulassung der PID hat 216 Unterstützer. Den Kompromissvorschlag haben 36 Parlamentarier unterschrieben. 172 Abgeordnete sind noch unentschlossen.
Die Zeitung schrieb, Anhänger des PID-Verbots, sähen in dem Gesetzentwurf von Lammert, Röspel und Hinz jetzt tatsächlich eine Alternative. Auch PID-Befürworter könnten sich mit ihm anfreunden.
dapd