In Weimar sollen künftig wieder mehr ICE-Züge halten. Das sicherte Bahnchef Rüdiger Grube am Donnerstag bei einem Gespräch mit Thüringens Ministerpräsidentin Christine Lieberknecht (CDU) in Erfurt zu. Einen Zeitpunkt nannte Grube nicht. Die SPD begrüßte die Ankündigung, verlangte aber, den Worten Taten folgen zu lassen. Die FDP plädierte für den Ausbau regionaler Bahnverbindungen.
IEC-Züge sollen wieder häufiger in Weimar halten
Erfurt (dapd-lth). In Weimar sollen künftig wieder mehr ICE-Züge halten. Das sicherte Bahnchef Rüdiger Grube am Donnerstag bei einem Gespräch mit Thüringens Ministerpräsidentin Christine Lieberknecht (CDU) in Erfurt zu. Einen Zeitpunkt nannte Grube nicht. Die SPD begrüßte die Ankündigung, verlangte aber, den Worten Taten folgen zu lassen. Die FDP plädierte für den Ausbau regionaler Bahnverbindungen.
Das Aktionsbündnis "Nächster Halt Weimar" reagierte ebenfalls zufrieden. Enttäuscht über den Bahngipfel äußerte sich die Linke.
"Uns fehlen drei Minuten", sagte Grube. Werde diese Zeit durch den Wegfall von Baustellen und den Einsatz von Neigetechnik herausgeholt, würden wieder zusätzliche ICE-Züge in Weimar halten. Die Bahn hatte die Zahl der Fernverkehrshalte in der Stadt Ende 2010 reduziert.
SPD-Verkehrsexpertin Sabine Doht verlangte nach den Ankündigungen der Bahn konkrete Ergebnisse. "Es kann nicht angehen, dass Touristen Schwierigkeiten haben, die Stadt Weimar als einen der kulturellen und touristischen Leuchttürme in Thüringen rund um die Uhr zu erreichen", sagte Doht. Allerdings dürfe der Preis für eine bessere Verkehrsanbindung von Weimar nicht sein, dass andere Städte in Thüringen ihren ICE-Halt opfern.
Bis 2015 will die Bahn laut Grube rund zwei Milliarden Euro in Thüringen investieren. Durch den Neu- und Ausbau der ICE-Strecke Nürnberg-Erfurt-Halle/Leipzig werde Erfurt zu einem der wichtigsten ICE-Knoten in Deutschland. In der Landeshauptstadt sollen künftig vier ICE-Züge stündlich aus Dresden, Frankfurt am Main, Berlin und München halten.
Die Bahn wolle mit einem "intelligenten Konzept" Nah- und Fernverkehr eng aufeinander abstimmen, sagte Grube. Dazu gehöre der zweigleisige Ausbau der Mitte-Deutschland-Verbindung über Erfurt, Weimar, Jena und Gera. Angestrebt werde, den zweigleisigen Ausbau bis 2015 abzuschließen. Allerdings müsse dafür noch die Finanzierung geklärt werden.
Wichtige Städte wie Weimar und Jena müssten auch nach 2017 gut an das Fernverkehrsnetz angebunden sein, erklärte der Bahnchef. Lieberknecht sagte, in dieser Hinsicht seien noch viele Fragen zu klären. Deshalb sei bereits für Mittwoch ein weiteres Gespräch zwischen Grube und den Oberbürgermeistern der Städte Weimar und Jena geplant.
Die Linke kritisierte das Treffen als einen Gipfel nicht genutzter Möglichkeiten. Die Mitte-Deutschland-Verbindung sei nach wie vor eine Hängepartie, und der ICE fahre an Weimar vorbei, sagte Linke-Verkehrsexpertin Gudrun Lukin. Sie befürchte, dass Weimar und Jena vom Fernverkehr abgehängt bleiben.
Das Weimarer Aktionsbündnis lobt hingegen Grubes Ankündigung, für eine schnelle, komfortable Anbindung der Stadt an das Fernverkehrsnetz zu sorgen. Der verkehrspolitische Sprecher der FDP-Landtagsfraktion, Heinz Untermann, verlangte, dass alle Thüringer von der schnellen Verbindung profitieren. "Frau Lieberknecht muss auch darauf achten, dass die in Zukunft wegfallenden ICE-Halte in Jena und Weimar ausgeglichen werden", sagte Untermann.
dapd
