Internationale Aktion - Durchsuchungen und Beschlagnahmungen durch BKA in vier Bundesländern Ermittler zerschlagen weltweit agierende Internet-Bande

Ermittler aus Deutschland und sieben weiteren Ländern haben eine internationale Bande von Internet-Kriminellen zerschlagen. Die US-Bundespolizei FBI erklärte am Donnerstag, Dutzende Computer, Server und Bankkonten seien beschlagnahmt worden. In Deutschland durchsuchten Beamte des Bundeskriminalamtes (BKA) Wohn- und Geschäftsgebäude in vier Bundesländern.

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Ermittler zerschlagen weltweit agierende Internet-Bande

Wiesbaden/Washington (dapd). Ermittler aus Deutschland und sieben weiteren Ländern haben eine internationale Bande von Internet-Kriminellen zerschlagen. Die US-Bundespolizei FBI erklärte am Donnerstag, Dutzende Computer, Server und Bankkonten seien beschlagnahmt worden. In Deutschland durchsuchten Beamte des Bundeskriminalamtes (BKA) Wohn- und Geschäftsgebäude in vier Bundesländern. Die Täter sollen mit Schadsoftware und der Fernsteuerung fremder Rechner eine Million Internetnutzer um 74 Millionen Dollar (51 Millionen Euro) betrogen haben.

Das FBI erklärte, im Zuge der Operation "Trident Tribunal" ("Dreizack Tribunal") hätten die Behörden nicht nur in den USA und in Deutschland, sondern auch in Großbritannien, Frankreich, den Niederlanden, Schweden, Lettland und Litauen zugeschlagen.

Das Bundeskriminalamt durchsuchte nach eigenen Angaben zwei Wohnhäuser und ein Firmengebäude im Rhein-Main-Gebiet sowie Rechenzentren in Bayern, Hessen, Nordrhein-Westfalen und Sachen. Die Durchsuchungen gingen auf ein Rechtshilfeersuchen der amerikanischen Behörden zurück. In Deutschland wurden Server nach Angaben des BKA von den Tätern sowohl als Infrastruktur genutzt, um die "Scareware" zu verteilen, als auch dazu, zugehörige Zahlungsvorgänge zu dokumentieren und technisch abzuwickeln.

Opfer wurden mit Schadprogrammen erpresst

Der weltweit agierenden Bande wird nach Angaben der deutschen Ermittler vorgeworfen, Schadsoftware in Form von "Scareware" verbreitet zu haben, die einem Internetnutzer vorspielt, dass sein Computer mit einem oder mehreren Schadprogrammen infiziert ist. Zur vermeintlichen Bereinigung des Systems werde dem Nutzer der Kauf einer Lizenz für eine angebliche "Sicherheits-" oder "Antivirensoftware" mittels Kreditkarte angeboten. Die Preise für diese Software variierten zwischen etwa 40 und 80 US-Dollar (28 bis 56 Euro).

Das anschließend durch die Käufer der Software heruntergeladene Programm verfügt jedoch über keinerlei schützende Wirkung, sondern infiziert den Computer mit weiteren Varianten von Schadsoftware und deaktiviert eventuell bereits auf dem Computer vorhandene Sicherheitssoftware.

dapd