Das deutsche Kraftfahrzeuggewerbe zeigt sich angesichts zweistelliger Zuwächse beim Neu- und Gebrauchtwagenverkauf mit dem bisherigen Jahresverlauf zufrieden. In den ersten fünf Monaten wurden mit 1,33 Millionen Neuwagen 13,1 Prozent mehr zugelassen als im Vorjahreszeitraum, wie der Zentralverband des Deutschen Kraftfahrzeuggewerbes (ZDK) am Mittwoch in Essen mitteilte.
Zulassungsboom bei Neu- und Gebrauchtwagen
Essen (dapd). Das deutsche Kraftfahrzeuggewerbe zeigt sich angesichts zweistelliger Zuwächse beim Neu- und Gebrauchtwagenverkauf mit dem bisherigen Jahresverlauf zufrieden. In den ersten fünf Monaten wurden mit 1,33 Millionen Neuwagen 13,1 Prozent mehr zugelassen als im Vorjahreszeitraum, wie der Zentralverband des Deutschen Kraftfahrzeuggewerbes (ZDK) am Mittwoch in Essen mitteilte.
Bei den Gebrauchtwagen wechselten im selben Zeitraum 2,85 Millionen Fahrzeuge den Besitzer. Das entspricht einem Zuwachs von 10,8 Prozent. Als weiteres Zeichen für die gute Stimmung auch auf dem Markt für "Gebrauchte" wertete der ZDK die gesunkenen Standzeiten. Im Mai stand ein Gebrauchtwagen im Schnitt 82 Tage beim Händler. Ein Jahr zuvor waren es noch 94 Tage.
Auch für das Gesamtjahr bleibt die Branche zuversichtlich. ZDK-Präsident Robert Rademacher rechnet für 2011 mit "deutlich über drei Millionen" Pkw-Neuzulassungen, im Vorjahr waren es 3,07 Millionen. Zuwächse gebe es bislang gleichermaßen sowohl bei gewerblichen Kunden (plus 16,4 Prozent in den ersten fünf Monaten) als auch bei privaten Käufern (plus 8,7 Prozent). Bei den Gebrauchtwagen wird erwartet, dass sich die Besitzumschreibungen 2011 mit 6,4 Millionen auf Vorjahreshöhe stabilisieren.
Bis zu sechs Monate Wartezeit bei manchen Neuwagen
"Die Lage könnte noch besser sein, wenn es nicht Engpässe auf der Angebotsseite gäbe", sagte Rademacher. So müssten Kunden auch auf gängige Neuwagen-Modelle zum Teil bis zu sechs Monate warten. Auch nachgefragte Gebrauchtwagen stünden nicht immer in ausreichenden Mengen zur Verfügung. "Das ist zwar bitter, aber aus Händlersicht weit weniger ärgerlich, als die Höfe mit unverkauften Fahrzeugen übervoll zu haben", fügte Rademacher hinzu.
Scharfe Kritik äußerte der Verband an der von der Bundesregierung geplanten Regelung für Wechselkennzeichen, die für mehrere Fahrzeuge genutzt werden sollen. Rademacher sagte, dass nach den bisherigen Plänen ein Wechselkennzeichen auf zwei Fahrzeuge der gleichen Klasse beschränkt bleiben soll. Zudem dürften Wagen ohne vollständiges Wechselkennzeichen nicht im öffentlichen Raum abgestellt werden.
Besitzer von Autos mit Wechselkennzeichen müssten damit entweder über eine Garage oder ein eigenes Grundstück verfügen, kritisierte Rademacher: "Damit wären die Bewohner von Mietwohnungen vor allem in Städten als Nutzer praktisch ausgeschlossen." Da es zugleich nach dem Veto von Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble (CDU) auch keine Ersparnis bei der Kfz-Steuer gebe, drohe das Wechselkennzeichen zum Flop zu werden.
dapd
