Befragung von Volkswirten - Dank guter Konjunktur schaffen Unternehmen weiter feste Jobs Zahl der Arbeitslosen bleibt deutlich unter drei Millionen

Die gute Entwicklung auf dem Arbeitsmarkt hat sich nach Einschätzung von Experten auch im Juni fortgesetzt und die Zahl der Jobsuchenden weiter unter die Drei-Millionen-Marke gedrückt. Von der Nachrichtenagentur dapd am Mittwoch befragte Volkswirte rechnen mit einem Rückgang der Arbeitslosenzahl im Vergleich zum Vormonat zwischen 60.000 und 90.000.

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Zahl der Arbeitslosen bleibt deutlich unter drei Millionen

Nürnberg (dapd). Die gute Entwicklung auf dem Arbeitsmarkt hat sich nach Einschätzung von Experten auch im Juni fortgesetzt und die Zahl der Jobsuchenden weiter unter die Drei-Millionen-Marke gedrückt. Von der Nachrichtenagentur dapd am Mittwoch befragte Volkswirte rechnen mit einem Rückgang der Arbeitslosenzahl im Vergleich zum Vormonat zwischen 60.000 und 90.000. Hauptgrund dafür ist ihrer Einschätzung nach die anhaltend gute Konjunktur. Im Mai war die Zahl der Menschen ohne Arbeit um 118.000 auf 2,96 Millionen gefallen. Die Arbeitslosenquote hatte sich um 0,3 Prozentpunkte auf 7,0 Prozent verringert.

Für Juni sieht Volkswirt Steffen Henzel vom Münchner Ifo-Institut eine weitere deutliche Abnahme der Arbeitslosenzahl um 90.000 auf 2,87 Millionen. "Die Industrie profitiert vom Aufschwung", erklärte er. In den Betrieben würden weiter sozialversicherungspflichtige Jobs entstehen.

Stefan Schneider von der DB Research in Frankfurt rechnet mit einer Abnahme um 77.000. Grund hierfür sei die nach wie vor hohe Einstellungsbereitschaft der Unternehmen aufgrund des günstigen konjunkturellen Umfelds, sagte er. Die seit 1. Mai bestehende volle Arbeitnehmerfreizügigkeit für die EU-Beitrittsländer im Osten spielt seiner Einschätzung nach bisher aber keine große Rolle auf dem Arbeitsmarkt.

Das sieht Eckhard Tuchtfeld von der Commerzbank in Frankfurt anders. Er prognostizierte für Juni eine Abnahme der Arbeitslosigkeit um nur 60.000 und begründete das mit den Zuwanderern: Seiner Einschätzung nach griffen die Unternehmen auf der Suche nach Personal auch bereits auf diese Gruppe zurück und nicht mehr nur auf den Pool der Arbeitssuchenden. Dadurch ließen die Fortschritte auf dem Arbeitsmarkt allmählich nach, sagt er. Zahlen hierzu gibt es aber keine.

Die Juni-Daten zur Arbeitslosigkeit gibt die Bundesagentur für Arbeit am 30. Juni um 10.00 Uhr in Nürnberg bekannt.

dapd