Schirme haben Konjunktur
„Der Ausdruck Schirm bezeichnet einen flächigen Gegenstand, der vor etwas schützt. Gegen unerwünschte Einflüsse der Außenwelt bilden Schirme i.d.R. keine komplette Hülle, sondern schützen bzgl. der Richtung(en), aus der die Beeinträchtigungen anstehen. Schirme sind Teilhüllen - meist gewölbte Flächen, häufig im Grundriss rund.“ So unterrichtet uns Wikipedia, das Internetlexikon, an dem quasi jeder mitwirken darf, über einen Gegenstand, der gerade Hochkonjunktur zu haben scheint. Und das nicht nur, weil der Monat Mai anno 2010 bislang so regenreich ausgefallen ist. Den guten alten Regenschirm steckt Wikipedia in die Kategorie der Schutzschirme, zu der auch Sonnenschirm, Windschirm, Lampenschirm oder Hitzeschirm gehören.
Dass man sich bei der Recherche aber nicht allein auf Wikipedia verlassen soll, das lernen angehende Journalisten heutzutage schon im Volontariat. Im Falle des Schutzschirms würden sie das im Augenblick wohl gefragteste Modell denn auch vergeblich suchen - den Rettungsschirm. Dabei hat der Rettungsschirm keine geringere Aufgabe, als den Euro zu schützen.
Wovor eigentlich? Vor den Spekulanten, die an unser Geld wollen? Vor ausgabefreudigen Politikern, vornehmlich in von südlicher Sonne beschienenen Ländern? Da wirkt es ja zumindest etwas beruhigend, dass die EU-Kommission in diesen unsicheren Zeiten ausgerechnet Estland für würdig befunden hat, in die Eurozone aufgenommen zu werden. Der nächste Rettungsschirm sollte also regentauglich sein. ste