Die Hamburger Hauptpastorin und Pröbstin Kirsten Fehrs ist am Freitag zur neuen Bischöfin im Sprengel Hamburg und Lübeck gewählt worden. Im vierten Wahlgang erhielt sie die notwendige Mehrheit bei der Synode der Nordelbischen Evangelisch-Lutherischen Kirche. Bei der entscheidenden Abstimmung entfielen 97 der abgegebenen 118 Stimmen auf Fehrs, wie Synodenpräsident Hans-Peter Strenge mitteilte.
Hamburger Hauptpastorin Fehrs zur neuen Bischöfin gewählt
Hamburg (dapd-nrd). Die Hamburger Hauptpastorin und Pröbstin Kirsten Fehrs ist am Freitag zur neuen Bischöfin im Sprengel Hamburg und Lübeck gewählt worden. Im vierten Wahlgang erhielt sie die notwendige Mehrheit bei der Synode der Nordelbischen Evangelisch-Lutherischen Kirche. Bei der entscheidenden Abstimmung entfielen 97 der abgegebenen 118 Stimmen auf Fehrs, wie Synodenpräsident Hans-Peter Strenge mitteilte.
Die 49-Jährige setzte sich damit gegen ihre Mitbewerberin Petra Bahr durch. Die Kulturbeauftragte der Evangelischen Kirche Deutschlands (EKD) war nach dem Bischofswahlgesetz nach dem dritten Wahlgang ausgeschieden, sodass in der vierten Abstimmung nur noch Fehrs antrat.
Fehrs tritt damit die Nachfolge der im Juli vergangenen Jahres zurückgetretenen Bischöfin Maria Jepsen an. Auslöser war Kritik am Umgang der Kirche mit Missbrauchsfällen aus den 70er und 80er Jahren in Ahrensburg. Als Bischöfin im Sprengel Hamburg und Lübeck ist Fehrs für über 900.000 Kirchenmitgliedern und 227 Gemeinden zuständig.
Nach der Wahl bedankte sich Fehrs für das Vertrauen der Synodalen. "Das macht mich froh und dankbar und ganz ehrlich gestanden, es ist ein total unwirklicher Moment", sagte sie. Zugleich verwies sie auf ihre Mitbewerberin Bahr. "Wenn es in den vergangenen Wochen bei den ganzen Strapazen einen wichtigen Gewinn gab, dann war es der, Dich kennenzulernen, liebe Petra."
Synodenpräsident Strenge bezeichnete die Abstimmung im Nachhinein als "Wahlkrimi", der als solches ohne Verletzungen ablief. Er äußerte sich zuversichtlich, dass Fehrs neue und gute Akzente setzen werde. Insofern sei es eine gute Wahl gewesen, auch wenn sie lange gedauert hat.
Nach der Wahl kündigte Fehrs an, insbesondere der Spannung zwischen Arm und Reich mehr Gehör verschaffen zu wollen. Weiteres zentrales Thema sei das Gespräch mit Anders- und Nichtgläubigen. Im Vergleich zu ihrer Vorgängerin Jepsen wolle sie zudem den Kontakt zu Wirtschaft und Politik verstärkt suchen. Voraussichtlich im November soll Fehrs ihren ersten Gottesdienst als neue Bischöfin halten.
dapd
