Die FDP-Bundestagsfraktion fordert eine neue europäische Ratingagentur. Wenn wenige Institute durch ihre beherrschende Stellung ganze Volkswirtschaften in eine Krise treiben könnten, zeige dies den überfälligen Korrekturbedarf, sagte Fraktionschef Rainer Brüderle der "Leipziger Volkszeitung" (Samstagausgabe).
Brüderle fordert europäische Ratingagentur
Leipzig (dapd). Die FDP-Bundestagsfraktion fordert eine neue europäische Ratingagentur. Wenn wenige Institute durch ihre beherrschende Stellung ganze Volkswirtschaften in eine Krise treiben könnten, zeige dies den überfälligen Korrekturbedarf, sagte Fraktionschef Rainer Brüderle der "Leipziger Volkszeitung" (Samstagausgabe). Wegen der sich verschärfenden Griechenland-Krise werde seine Fraktion stärker darauf dringen, dass durch eine neue europäische Ratingagentur die Monopolstellung der angelsächsischen Institute gebrochen wird.
Unter marktwirtschaftlichen Gesichtspunkten sei das enge Oligopol der großen Ratingagenturen nicht mehr länger vertretbar, sagte Brüderle. Über die Rolle und den Einfluss der Ratingagenturen bei der Finanzmarktkrise müsse deshalb dringend diskutiert werden, forderte Brüderle.
Scharf kritisierte der Liberale das Vorgehen der Agenturen im Fall Griechenlands. "Die aktuelle Abstufung ist fragwürdig und hat erhebliche Folgewirkung", sagte Brüderle. Auch wenn das Land nicht hinreichend wettbewerbsfähig sei, dürfe es jetzt nicht verramscht werden.
dapd
