Komorowski will europäische Integration weiter voranbringen "Wir haben ein glücklicheres Europa"

Der polnische Präsident Bronislaw Komorowski hat die Staaten in der EU aufgerufen, die europäische Integration mit Mut und Zuversicht weiter voranzubringen. Komorowski sagte am Freitag in seiner "Berliner Rede" zur Europapolitik an der Humboldt-Universität: "Wir möchten investieren in die Zukunft Europas." Polen übernimmt in der zweiten Jahreshälfte erstmals die EU-Ratspräsidentschaft.

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"Wir haben ein glücklicheres Europa"

Berlin (dapd). Der polnische Präsident Bronislaw Komorowski hat die Staaten in der EU aufgerufen, die europäische Integration mit Mut und Zuversicht weiter voranzubringen. Komorowski sagte am Freitag in seiner "Berliner Rede" zur Europapolitik an der Humboldt-Universität: "Wir möchten investieren in die Zukunft Europas." Polen übernimmt in der zweiten Jahreshälfte erstmals die EU-Ratspräsidentschaft.

Bei allen aktuellen Fragestellungen wie des stagnierenden Integrationsprozesses, der Sorgen um die gemeinsame Währung und der Verschuldung einzelner Staaten bleibe er doch Optimist. Komorowski sagte, er selbst wie auch eine große Mehrheit der polnischen Bevölkerung glaubten, dass das Projekt der Europäischen Integration wertvoll und wichtig sei. Gleichwohl würden die handelnden Politiker oft beispielsweise durch Umfragen in ihrem Handlungsspielraum begrenzt. Politik werde zunehmend "trivialisiert", kritisierte er. In der Folge sei weniger Platz "für große Ideen und Projekte" wie die Einigung Europas.

Komorowski erinnerte in seiner Rede an den deutsch-polnischen Nachbarschaftsvertrag, der am 17. Juni 1991, genau vor 20 Jahren, zwischen beiden Ländern geschlossen wurde. Dieser Vertrag habe eine große Bedeutung gehabt für die europäische Integration und sei das Fundament für das neue Europa. Er enthalte die Verpflichtung, die wechselseitigen Ambitionen zu achten. So sei sein Land dankbar dafür, dass Deutschland den Weg Polens in die NATO und die EU entschlossen unterstützt habe. Heute sei Polen "ein wertvoller Partner" in der EU und habe wirtschaftlich eine "gewaltige Dynamik" entwickelt.

Das Leben im geeinten Europa sei heute besser als vor 20 Jahren. "Wir haben ein glücklicheres Europa." Die die deutsch-polnische Versöhnung habe dazu ebenso beigetragen wie zuvor die deutsch-französische Versöhnung, sagte der Präsident. Heute profitierten auch jene Länder von der EU, die nicht Teil der Gemeinschaft seien. Bei der Erweiterung der EU müssten kulturelle und zivilisatorische Aspekte berücksichtigt werden. Komorowski betonte, es gelte, die zivilisatorische Einheit Europas zu wahren. Freiheit, Gerechtigkeit und Solidarität seien die Grundlage für eine Demokratie der Mitgestaltung in Europa und Basis für wirtschaftliche Vitalität. Das europäische Projekt verkörpere für sein Land Polen den Traum von Freiheit.

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