Die Antidiskriminierungsstelle des Bundes ist mit dem vor einem halben Jahr gestarteten Pilotprojekt für anonymisierte Bewerbungen zufrieden. Das Verfahren habe keinerlei Mehrbelastung für Bewerber oder Personalbearbeiter bedeutet, sagte die Leiterin der Dienststelle, Christine Lüders, am Donnerstag in Berlin.
Antidiskriminierungstelle: Anonym-Bewerbungen haben sich bewährt
Berlin (dapd). Die Antidiskriminierungsstelle des Bundes ist mit dem vor einem halben Jahr gestarteten Pilotprojekt für anonymisierte Bewerbungen zufrieden. Das Verfahren habe keinerlei Mehrbelastung für Bewerber oder Personalbearbeiter bedeutet, sagte die Leiterin der Dienststelle, Christine Lüders, am Donnerstag in Berlin. Die beteiligten Personalabteilungen vermerkten positiv, durch das Verfahren viel mehr die Qualifikationen des Bewerbers als dessen persönliche Merkmale zu berücksichtigen. Ein großer Teil (45,3 Prozent) der rund 4.000 teilnehmenden Bewerber nannten das Verfahren besser als das herkömmliche. Nur jeder Dritte (35,8 Prozent) zöge eine persönliche Bewerbung vor.
Das Pilotprojekt soll belegen, dass anonymisierte Bewerbungsverfahren ohne Mehraufwand für die Beteiligten in der Praxis funktionieren. Pläne, das Verfahren verpflichtend zu machen, gebe es aber nicht. Von den beteiligten Einrichtungen hatten ein Unternehmen und eine Behörde angekündigt, das Bewerbungsverfahren auch nach Auslaufen des Projekts beizubehalten.
Eine vollständige Bewertung werde aber erst am Ende des Projekts möglich sein, sagte Lüders. Das einjährige Projekt erlaubt Arbeitsuchenden, sich anhand von vier verschieden anonymisierten Verfahren, bei fünf Unternehmen und drei Behörden, zu bewerben.
dapd
