An der Kranzniederlegung auf dem Urnenfriedhof in Wedding nimmt auch Innenminister Friedrich teil Gedenken an die Opfer des DDR-Volksaufstands vom 17. Juni 1953

Mit zahlreichen Veranstaltungen wird am Freitag an den Volksaufstand vom 17. Juni 1953 in der DDR erinnert. Bundesinnenminister Hans-Peter Friedrich (CSU) und Berlins Regierender Bürgermeister Klaus Wowereit (SPD) werden am Vormittag auf dem Urnenfriedhof an der Seestraße in Wedding Kränze niederlegen und Reden halten.

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Gedenken an die Opfer des DDR-Volksaufstands vom 17. Juni 1953

Berlin (dapd). Mit zahlreichen Veranstaltungen wird am Freitag an den Volksaufstand vom 17. Juni 1953 in der DDR erinnert. Bundesinnenminister Hans-Peter Friedrich (CSU) und Berlins Regierender Bürgermeister Klaus Wowereit (SPD) werden am Vormittag auf dem Urnenfriedhof an der Seestraße in Wedding Kränze niederlegen und Reden halten. Zuvor wird Wowereit an der Kranzniederlegung am Bodendenkmal vor dem Bundesfinanzministerium teilnehmen.

"Wir gedenken mit Respekt und Dankbarkeit der tapferen Männer und Frauen des 17. Juni", sagte Wowereit am Donnerstag. Ihr Engagement und ihre Opferbereitschaft im Kampf gegen Diktatur und Unterdrückung machten auch heute noch deutlich, wie wichtig und unverzichtbar der Wert einer freiheitlichen Gesellschaft für alle sei.

Die Grünen-Kandidatin für das Amt der Regierenden Bürgermeisters, Renate Künast, sagte, der 17. Juni sei ein "politisches Signal des Aufbruchs gegen Diktatur und Unterdrückung" gewesen. Die deutsche Einheit und die europäische Demokratie wären ohne den Mut und die Tapferkeit der Aufständischen dieses Tages undenkbar.

Am 17. Juni 1953 waren in der gesamten DDR Arbeiter auf die Straße gegangen. Sie forderten die Rücknahme von Arbeitsnormerhöhungen sowie die Einführung demokratischer Strukturen im Lande. In Berlin war es auf der damaligen Großbaustelle Stalin-Allee bereits am 16. Juni zu Arbeitsniederlegungen gekommen. Abordnungen der Bauarbeiter zogen später vor das Haus der Ministerien an der Leipziger Straße, das heutige Finanzministerium, und forderten dort lautstark den Rücktritt der SED-Regierung.

Bei der anschließenden Niederschlagung des Aufstandes durch die Sowjetarmee und ostdeutsche Polizeikräfte starben nach Angaben des Vorsitzenden des Arbeitskreises 17. Juni 1953, Hans-Joachim Herbig, mindestens 50 Menschen. Im Nachhinein hat die DDR-Justiz 20 Todesurteile gegen vermeintliche Aufrührer verhängt. Zahlreiche Menschen wurden verhaftet.

Am Freitagabend sollte die Sonderausstellung der Stiftung Berliner Mauer "Jeder Mensch ein Denkmal - Jedes Leben bedenkenswert" im Notaufnahmelager Marienfelde eröffnet werden.

dapd