Konjunktur wird inzwischen stärker von der Inlands- als von der Auslandsnachfrage beflügelt RWI: Deutsche Wirtschaft wächst noch stärker als 2010

Die deutsche Wirtschaft wird in diesem Jahr noch stärker wachsen als im Boomjahr 2010. Davon geht das Rheinisch-Westfälische Institut für Wirtschaftsforschung (RWI) aus. Die Essener Forscher erhöhten am Donnerstag ihre Wachstumsprognose für das laufende Jahr von 2,9 Prozent auf 3,7 Prozent. Im vergangenen Jahr hatte das Bruttoinlandsprodukt (BIP) um 3,6 Prozent zugelegt.

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RWI: Deutsche Wirtschaft wächst noch stärker als 2010

Essen (dapd-nrw). Die deutsche Wirtschaft wird in diesem Jahr noch stärker wachsen als im Boomjahr 2010. Davon geht das Rheinisch-Westfälische Institut für Wirtschaftsforschung (RWI) aus. Die Essener Forscher erhöhten am Donnerstag ihre Wachstumsprognose für das laufende Jahr von 2,9 Prozent auf 3,7 Prozent. Im vergangenen Jahr hatte das Bruttoinlandsprodukt (BIP) um 3,6 Prozent zugelegt.

Mit ihrer jüngsten Prognose zeigen sich die RWI-Konjunkturexperten noch optimistischer als ihre Kollegen vom Hamburgischen Weltwirtschaftsinstitut (HWWI), vom Kieler Institut für Weltwirtschaft (IfW) und vom Institut für Wirtschaftsforschung Halle (IWH), die in den vergangenen Wochen Wachstumsraten zwischen 3,5 und 3,6 Prozent prognostiziert hatten.

"Die deutsche Wirtschaft befindet sich weiterhin in einem kräftigen Aufschwung", betonte das RWI. Getragen werde das Wachstum dabei inzwischen stärker von der Inlands- als von der Auslandsnachfrage. Vor allem Investitionen der Wirtschaft in Maschinen und in neue Bauten beflügelten die Konjunktur. Auch die privaten Konsumausgaben nahmen langsam, aber stetig zu.

Für 2012 erwartet das RWI allerdings eine Abschwächung des Wachstums auf 2,3 Prozent. Eine Reihe von Schwellenländern sei inzwischen auf einen restriktiveren Entwicklungskurs eingeschwenkt, um Überhitzungsgefahren vorzubeugen. Die Auslandsnachfrage werde deshalb schwächer expandieren, glauben die Forscher. Dagegen sei ein unverändert kräftiger Anstieg der Inlandsnachfrage zu erwarten.

Gute Nachrichten hatten die Konjunkturexperten für die Arbeitnehmer. Die Beschäftigung werde voraussichtlich weiter zunehmen und die Arbeitslosenquote von 7 Prozent in diesem Jahr auf 6,3 Prozent im Jahr 2012 sinken. Die damit verbundene wachsende Knappheit an qualifiziertem Personal lasse die Löhne stärker steigen.

Die Inflationsrate wird nach den Prognosen der Konjunkturforscher mit 2,4 Prozent in diesem und 2,3 Prozent im kommenden Jahr vergleichsweise niedrig bleiben.

Der anhaltende Konjunkturaufschwung dürfte der Prognose zufolge auch die Lage der öffentlichen Haushalte deutlich verbessern. Im kommenden Jahr werde das Haushaltsdefizit voraussichtlich auf nur noch 0,2 Prozent des BIP schrumpfen, "womit ein annähernd ausgeglichener Haushalt erreicht wäre", betonten die Forscher.

dapd