Fitch warnt vor Herabstufung Anleihe-Umtausch wird möglicherweise als Zahlungsausfall gewertet

Eine Laufzeitverlängerung für die griechischen Schulden würde nach Einschätzung der Ratingagentur Fitch wahrscheinlich als ein Zahlungsausfall gewertet werden.

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Anleihe-Umtausch wird möglicherweise als Zahlungsausfall gewertet

London (dapd). Eine Laufzeitverlängerung für die griechischen Schulden würde nach Einschätzung der Ratingagentur Fitch wahrscheinlich als ein Zahlungsausfall gewertet werden. Ein Austausch von Staatsanleihen durch neue Papiere mit schlechteren Konditionen stelle eine Leistungsstörung ("Distressed Debt Exchange") und damit einen Zahlungsausfall ("Default") dar, auch wenn die Investoren freiwillig an einem solchen Tausch teilnehmen würden, erklärte die Ratingagentur am Mittwoch in London.

Schon eine Ankündigung eines solchen "Wiener Plans" würde eine Ratingabstufung auf die Note "C" zur Folge haben, da ein Zahlungsausfall unmittelbar bevorstünde, erklärte Fitch weiter.

Bei der "Wiener Initiative" hatten sich westeuropäische Banken während der Krise in Osteuropa 2008 und 2009 freiwillig bereit erklärt, die Laufzeiten der von ihnen gehaltenen Anleihen zu verlängern, um einen Zusammenbruch des osteuropäischen Bankensystems zu verhindern.

Der Gouverneur der Österreichischen Nationalbank, Ewald Nowotny, hatte jedoch auf die Unterschiede zwischen der damaligen Lage in Osteuropa und der jetzigen Situation in Griechenland hingewiesen. Die ursprüngliche "Wiener Initiative" habe sich auf Kredite bezogen und habe relativ schnell vereinbart werden können, weil nur eine begrenzte Zahl von Banken betroffen gewesen sei. Doch die Situation in Griechenland betreffe Staatsanleihen - ein Sektor, der sich "in den Händen der Ratingagenturen" befinde.

dapd