West-Berlin war ein Schwerpunkt der Spionagetätigkeit der DDR-Staatssicherheit Zeitung: 399 West-Berliner spionierten für die Stasi

399 West-Berliner sind nach einer Auswertung des Historikers Helmut Müller-Enbergs im Dezember 1988 Inoffizielle Mitarbeiter oder Kontaktpersonen der Hauptverwaltung Aufklärung der DDR-Staatssicherheit gewesen. "West-Berlin mit den dort stationierten Alliierten war das Lieblingsoperationsgebiet der Hauptverwaltung Aufklärung", sagte Müller-Enbergs.

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Zeitung: 399 West-Berliner spionierten für die Stasi

Berlin (dapd). 399 West-Berliner sind nach einer Auswertung des Historikers Helmut Müller-Enbergs im Dezember 1988 Inoffizielle Mitarbeiter oder Kontaktpersonen der Hauptverwaltung Aufklärung der DDR-Staatssicherheit gewesen. "West-Berlin mit den dort stationierten Alliierten war das Lieblingsoperationsgebiet der Hauptverwaltung Aufklärung", sagte Müller-Enbergs, Spionage-Experte bei der Stasi-Unterlagenbehörde, der "Berliner Zeitung" (Donnerstagausgabe).

Die am stärksten von ihnen durchleuchteten Institutionen waren dem Blatt zufolge die Freie und die Technische Universität sowie der West-Berliner Senat. Mit 19 Personen ist auch die Berufsgruppe der Journalisten stark vertreten. Was aus den 399 Kundschaftern geworden ist, sei nicht bekannt.

Bis auf publik gewordene Einzelfälle seien ihm zumindest personelle Konsequenzen nicht bekannt, sagt der Spionage-Experte der Zeitung. Dazu gebe es keine Statistik. Es sei wohl davon auszugehen, dass ein Teil der Betroffenen noch in den Institutionen arbeite.

Basis der Erhebung sind den Angaben zufolge die sogenannten Rosenholz-Dateien, in denen ein Großteil der westdeutschen DDR-Spione verzeichnet waren.

dapd