Teure Agrarrohstoffe verstärken Trend Lebensmittelpreise ziehen weiter an

Verbraucher müssen sich in der kommenden Zeit auf steigende Preise für Nahrungsmittel gefasst machen. "Angesichts der steigenden Kosten für Rohstoffe sind Preiserhöhungen unvermeidlich", sagte die Geschäftsführerin der Bundesvereinigung der Deutschen Ernährungsindustrie (BVE), Sabine Eichner, der Nachrichtenagentur dapd am Dienstag in Berlin.

Foto: dapd

Lebensmittelpreise ziehen weiter an

Berlin (dapd). Verbraucher müssen sich in der kommenden Zeit auf steigende Preise für Nahrungsmittel gefasst machen. "Angesichts der steigenden Kosten für Rohstoffe sind Preiserhöhungen unvermeidlich", sagte die Geschäftsführerin der Bundesvereinigung der Deutschen Ernährungsindustrie (BVE), Sabine Eichner, der Nachrichtenagentur dapd am Dienstag in Berlin. Grund sei die anziehende Verteuerung von Agrarrohstoffen wie Getreide, Geflügelfleisch und Milch.

Nach Angaben des Agrarmarkt Informationsdiensts (AMI) haben die Geflügelpreise im Mai wegen der anlaufenden Grillsaison zugelegt, die Preise für Milchprodukte sind bereits seit Anfang des Jahres schrittweise gestiegen.

Im Juni sollen die Preise sowohl für Geflügel als auch Milch stabil bleiben beziehungsweise nochmals anziehen, hieß es. Bei Getreide und Ölsaaten zeigten sich die Kurse jedoch wegen der witterungsbedingten Unsicherheiten zunehmend volatil. Sollten sich die von Bauern befürchteten Ertragsschäden bestätigen, dürfte den AMI-Experten zufolge bei den Preisen nicht allzu viel Luft nach unten sein.

Dieser Trend nach oben sei nicht aufzuhalten, erklärte Eichner. "An Preissteigerungen wird man sich in Zukunft gewöhnen müssen, weltweit." Die Wetterkapriolen würden nicht ab-, sondern zunehmen. Außerdem wachse die Weltbevölkerung. "Immer mehr Menschen wollen essen", sagte Eichner.

Bäcker wollen Preise kräftig erhöhen

Nach Informationen des Berliner "Tagesspiegels" (Dienstagausgabe) wollen künftig auch die Großbäckereien für Brot und Brötchen höhere Preise aushandeln. "Im Herbst stehen die Jahresgespräche mit dem Einzelhandel an", sagte der Geschäftsführer beim Verband Deutscher Großbäckereien, Armin Juncker. "Wir werden dabei versuchen, kräftige Preiserhöhungen durchzusetzen - anders geht es nicht mehr." Sie würden sich "im unteren einstelligen Bereich" bewegen, kündigte Juncker an.

Anders sieht es beim Zucker aus. "Wir erfüllen Verträge und liefern fristgerecht wie immer", sagte ein Sprecher des größten europäischen Zuckerherstellers Südzucker. Zudem habe die EU-Kommission im Frühjahr den Verkauf von zusätzlichem Zucker auf dem streng regulierten Lebensmittelmarkt zugelassen. "Ich weiß nicht, wo der Preisdruck herkommen soll", sagte der Sprecher. Schwankungen gebe es immer beim Preis und bei der Schnelligkeit. Südzucker versuche, sich über langfristige Kontrakte von diesen Schwankungen zu befreien.

Im Mai hatten die Preise für Nahrungsmittel um 3,3 Prozent gegenüber dem Vorjahr angezogen. Teurer wurden vor allem Speisefette und -öle (plus 18,2 Prozent): Butter kostete 28,2 Prozent mehr, Margarine 8,4 Prozent. Preiserhöhungen wurden auch bei Molkereiprodukten (plus 5,2 Prozent) festgestellt: Sahne kostete 12,0 Prozent mehr, Quark 7,8 Prozent.

dapd