Bundeskanzlerin Angela Merkel hat für ihre Idee eines "Pakts für Beschäftigung" in Nordafrika geworben. Eine dauerhaft friedliche und gerechte Entwicklung dort sei untrennbar damit verbunden, vor allem jungen Menschen vernünftige Perspektiven zu bieten, sagte die Kanzlerin am Dienstag bei der Jahreskonferenz der Internationalen Arbeitsorganisation ILO in Genf.
Merkel will Chancen für Junge in Nordafrika verbessern
Genf/Berlin (dapd). Bundeskanzlerin Angela Merkel hat für ihre Idee eines "Pakts für Beschäftigung" in Nordafrika geworben. Eine dauerhaft friedliche und gerechte Entwicklung dort sei untrennbar damit verbunden, vor allem jungen Menschen vernünftige Perspektiven zu bieten, sagte die Kanzlerin am Dienstag bei der Jahreskonferenz der Internationalen Arbeitsorganisation ILO in Genf. Nötig seien Ausbildungs- und Qualifizierungschancen sowie Arbeitsplätze.
Die CDU-Chefin hatte den Pakt für Beschäftigung bereits beim G-8-Treffen in Deauville Ende Mai ins Gespräch gebracht. Hintergrund ist die erwartete Zuwanderungswelle aus Nordafrika nach Europa. Merkel sagte in Genf, angesichts der demografischen Entwicklung in Deutschland werde das Thema Zuwanderung von Fachkräften in den kommenden Jahren bestimmend werden.
Gleichzeitig stellte Merkel die staatlich geförderte Kurzarbeit in Deutschland während der Wirtschafts- und Finanzkrise noch einmal als Erfolgsmodell dar. Damit sei es gelungen, auf bewährte Fachkräfte zurückzugreifen, sobald der Export wieder angelaufen sei. Die Regierung habe zunächst auch nicht einschätzen können, ob die Unternehmen das Kurzarbeit-Modell nutzen würden. Letztlich habe es funktioniert, weil die Firmen an ihre eigene Zukunft geglaubt hätten, sagte Merkel.
Sie würdigte die ILO für deren Einsatz für soziale Gerechtigkeit, faire Arbeitsbedingungen und für den Weltfrieden. Die Themen hätten im Laufe des Bestehens der ILO nicht an Bedeutung verloren. Vielmehr sei die internationale Zusammenarbeit mit der beschleunigten Globalisierung eher noch wichtiger geworden. Deren Folgen richtig einzuschätzen, sei immer noch Neuland. "Wer glaubt, alles schon zu wissen, der lügt sich in die Tasche", sagte Merkel.
Die ILO ist eine Sonderinstitution der Vereinten Nationen. In ihr vertreten sind Regierungen, Arbeitnehmer und Arbeitgeber.
dapd
