Der Präsident des Ifo-Wirtschaftsforschungsinstituts, Hans-Werner Sinn, hat vor weiteren Griechenland-Hilfen gewarnt. "Wenn ein Land ein anderes rettet, wird es mit in den Strudel hineingezogen", sagte er. Es bestehe die Gefahr, dass ein "Fass ohne Boden" gefüllt werde und dass Staatsschulden für Griechenland entstünden, die dann später zu einer echten Last würden für das gesamte Euro-System.
Sinn gegen weitere Hilfen für Griechenland
Auf die Frage nach dem diskutierten neuen Rettungsprogramm sagte Sinn: "Also das Geld ist verloren. Die Griechen können ja jetzt schon nicht zurückzahlen. Griechenland war im Grunde schon vor einem Jahr pleite." Am 28. April 2010 seien die Zinsen für griechische Staatspapiere tagsüber auf 38 Prozent gestiegen. "Was danach kam, würde ich mal etwas salopp als Konkursverschleppung bezeichnen. Diese Art von Politik, immer mehr gutes Geld dem schlechten hinterherzuwerfen und das dann auch schlecht zu machen, führt in eine Teufelsspirale, die zum Schluss nicht mehr beherrschbar ist. Ich kann also insofern nur jeden warnen", sagte Sinn.
Gleichzeitig räumte Sinn ein: "Nun können wir Griechenland verkraften, auch wenn die Schulden noch etwas größer werden, die dann zu einem zukünftigen Zeitpunkt nicht mehr bedient werden, aber wenn dieses Beispiel Schule macht und wir müssen dann also auch noch andere Staaten wie Portugal zum Beispiel retten oder gar am Horizont Spanien, und wer möchte an Italien denken, dann wird es ja auch für Deutschland gefährlich."
dapd