Der Opel-Mutterkonzern General Motors (GM) spielt bei einem möglichen Verkauf seiner deutschen Tochter offenbar auf Zeit.
Spiel auf Zeit
Düsseldorf (dapd). Der Opel-Mutterkonzern General Motors (GM) spielt bei einem möglichen Verkauf seiner deutschen Tochter offenbar auf Zeit. Wie das "Handelsblatt" am Montag unter Berufung auf mit der Situation vertraute Personen berichtete, sicherte GM-Chef Dan Akerson dem neuen Opel-Vorstandsvorsitzenden Karl-Friedrich Stracke in einem vertraulichen Telefonat zu, dass ein Verkauf des Rüsselsheimer Unternehmens derzeit nicht zur Debatte stehe. Es gebe weder Gespräche noch Kontakte mit möglichen Interessenten.
GM hat sich bislang nicht öffentlich zu den Spekulationen geäußert und keinerlei Anstrengungen unternommen, die Gerüchte vom Tisch zu wischen. In Europa werden bereits mit dem chinesischen Autobauer BAIC erste konkrete Namen von Bietern genannt. Stracke hatte derartige Meldungen als "reine Spekulation" bezeichnet. Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) forderte GM auf, schnell Klarheit über die Zukunft von Opel zu schaffen. Es sei allen zu wünschen, dass die Gerüchte über einen möglichen Verkauf des Autoherstellers aus der Welt kämen.
Auch der Betriebsrat des Bochumer Opel-Werks, Rainer Einenkel, verlangte von der GM-Geschäftsleitung am Wochenende ein klares Dementi. "Pflaumenweiche Erklärungen helfen weder den Belegschaften noch dem Ruf unserer Produkte", erklärte er.
dapd
