DHZ-Konjunkturumfrage für das erste Quartal 2010 Jahr startet mit Wachstumspause

Nachdem die deutsche Wirtschaftsleistung im Schlussquartal 2009 stagnierte, dürfte sie zu Jahresbeginn 2010 saisonbereinigt sogar leicht gesunken sein. Allerdings waren hierfür hauptsächlich Sonderfaktoren verantwortlich, denn die konjunkturelle Grundtendenz ist weiter aufwärtsgerichtet. So prognostiziert die Bundesregierung für dieses Jahr einen realen Anstieg des Bruttoinlandsproduktes um 1,4 Prozent.

Jahr startet mit Wachstumspause

Der private Verbrauch hat im erste Quartal kaum einen Beitrag zur wirtschaftlichen Erholung geleistet. Die Einzelhandelsumsätze sind sowohl im Januar als auch im Februar jeweils preis- und saisonbereinigt gesunken. Offensichtlich hatten die seit Jahresbeginn in Kraft getretenen Entlastungen der privaten Haushalte bislang keine nennenswerten Wirkungen auf das Konsumverhalten.

Die Investitionsbereitschaft der Betriebe beginnt sich langsam wieder zu erholen. Darauf deutet der seit einigen Monaten steigende Auftragseingang für Ausrüstungsgüter hin. Im Jahresverlauf dürften der aufgestaute Nachholbedarf und Vorzieheffekte wegen des Auslaufens der günstigen Abschreibungsbedingungen die Investitionskonjunktur stützen.

Nachdem die Exporte im Januar überraschend deutlich gesunken sind, haben sie im Februar wieder kräftig zugelegt. Überdurchschnittlich stiegen die Ausfuhren in Länder außerhalb Europas. Inzwischen hat der Internationale Währungsfonds (IWF) seine Wachstumsprognose für den weltweiten Handel auf real 5,8 Prozent nach oben korrigiert. Parallel dazu sollten sich die Absatzperspektiven der deutschen Exporteure verbessern, zumal die Euroschwäche für zusätzlichen Rückenwind sorgen dürfte.

Die Preisentwicklung verlief auch in den ersten beiden Monaten 2010 sehr ruhig. Im März zogen die Verbraucherpreise dann allerdings an und lagen um 1,1 Prozent über dem Vorjahresniveau. Ausschlaggebend hierfür war, dass die Preise für Heizöl und Kraftstoffe binnen Jahresfrist kräftig gestiegen sind. Die Kerninflationsrate – ohne Energie und saisonabhängige Nahrungsmittel – lag weiterhin unter der 1-Prozent-Marke.

Der Arbeitsmarkt zeigte sich auch zu Jahresbeginn in einer bemerkenswert stabilen Verfassung. Die Unternehmen reagieren auf die unterausgelasteten Kapazitäten bislang nur sehr vorsichtig mit Personalentlassungen. Vielmehr werden flexible Arbeitszeitregelungen und Kurzarbeit zur Beschäftigungsanpassung intensiv genutzt. Die Arbeitslosenzahl lag im März mit 3,57 Millionen nur um 18.000 unter dem Vorjahresniveau. Die Erwerbslosenquote betrug zuletzt 8,5 Prozent (Vorjahr: 8,6 Prozent).

dhz