Das Handwerk ist laut der aktuellen Konjunkturumfrage der Deutschen Handwerks Zeitung verhalten in das Jahr 2010 gestartet. Zum einen gingen vom gesamtwirtschaftlichen Umfeld zuletzt keine Impulse aus. Zum anderen dämpfte der extrem lange und schneereiche Winter die wirtschaftlichen Aktivitäten der Handwerkesbetriebe.

Schwacher Jahresauftakt im Handwerk
Gleichwohl ist der Geschäftsklimaindex für das erste Quartal gegenüber dem Schlussvierteljahr 2009 geringfügig auf 72 Punkte gestiegen, wofür vor allem die positiven Geschäftserwartungen verantwortlich waren. Der Wert des krisenhaften Vorjahresquartals (66 Punkte) wurde klar übertroffen.
Beschäftigung eingebrochen
Die Beschäftigung nahm zu Jahresbeginn 2010 saisonbedingt ab. Vor allem das Bau- und das Ausbaugewerbe mussten wegen des ungewöhnlichen langen, kalten und schneereichen Winters mehr Personal als sonst üblich entlassen. Im März begann die Baubranche zwar wieder Mitarbeiter einzustellen, der vorherige Rückgang konnte aber bisher noch nicht wettgemacht werden. In den übrigen Handwerksbereichen verlief der personelle Saisonabschwung merklich moderater. Alles in allem lag die Zahl der im Handwerk tätigen Personen zum Ende des ersten Quartals 2010 um etwa 1,5 Prozent unter dem Vorjahresstand.
Der Auslastungsgrad ist im Berichtszeitraum gegenüber dem Schlussquartal 2009 aus saisonalen Gründen von 75 auf 67 Prozent zurückgegangen. Die Abnahme fiel aufgrund der sehr ungünstigen Witterungsverhältnisse stärker aus als sonst üblich. Die Vorjahresmarke (68 Prozent) wurde ebenfalls unterschritten.
Weniger Nachfrage auf dem Bau und im Kfz-Handwerk
Die Nachfrageentwicklung erhielt in den ersten Monaten 2010 einen Dämpfer. Hierfür waren die außerordentlich ungünstigen Witterungsverhältnisse und die fehlenden Impulse aus dem gesamtwirtschaftlichen Umfeld verantwortlich. Der Ordereingang im Maschinenbau zeigte zwar moderate Erholungstendenzen, bewegte sich aber immer noch auf einem sehr niedrigen Niveau. Im Bausektor belastete die gewerbliche Baunachfrage nach wie vor das Auftragsgeschehen. Das Kraftfahrzeuggewerbe verzeichnete – als Folge der letztjährigen Abwrackprämie – den befürchteten Einbruch bei den Neuwagenbestellungen. Zum Quartalsende betrug die Auftragsreichweite ca. 1,2 Monate und übertraf damit knapp den Vorjahresstand.
Das Umsatzvolumen des Berichtsquartals blieb hinter dem Ergebnis des Vorjahreszeitraumes zurück. Zwei Gründe waren dafür ausschlaggebend: Erstens ist im Baugewerbe zu Jahresbeginn die Produktionstätigkeit witterungsbedingt praktisch zum Erliegen gekommen. Zweitens hat das Kraftfahrzeughandwerk wegen der stark rückläufigen Neuwagenkäufe Umsatzeinbußen hinnehmen müssen. Darüber hinaus dürften auch die unternehmens- und die konsumnahen Handwerksbranchen das Vorjahresniveau verfehlt haben.
Bei der Investitionsbereitschaft war eine Bodenbildung festzustellen. Die Firmeninhaber agierten zwar noch eher vorsichtig, haben aber ihre Ausgaben für Ausrüstungsgüter und Bauten gegenüber dem sehr niedrigen Vorjahreswert immerhin leicht erhöht.
Die Konjunkturumfrage der Deutschen Handwerks Zeitung wird unter 8.000 Handwerksbetrieben im gesamten Bundesgebiet jeweils zum Quartalsende durchgeführt.
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dhz