Baden-Württembergs Ministerpräsident Winfried Kretschmann (Grüne) hat Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) für ihren Schwenk in der Atompolitik gelobt. "Ich habe da einen großen Respekt vor der Bundeskanzlerin, dass sie diese Kehrtwende in dieser radikalen Form mitgemacht hat", sagte Kretschmann im Interview der Nachrichtenagentur dapd.
Kretschmann zollt Merkel Respekt für Kehrtwende in Energiepolitik
Stuttgart (dapd). Baden-Württembergs Ministerpräsident Winfried Kretschmann (Grüne) hat Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) für ihren Schwenk in der Atompolitik gelobt. "Ich habe da einen großen Respekt vor der Bundeskanzlerin, dass sie diese Kehrtwende in dieser radikalen Form mitgemacht hat", sagte Kretschmann im Interview der Nachrichtenagentur dapd.
Obwohl er einen schnelleren Ausstieg für möglich halte, habe der Konsens über das ganze gesellschaftliche Spektrum, schrittweise bis 2022 auszusteigen, "ein unglaublich großer Wert". "Es gibt in der Demokratie Sicherheit, dass ein solcher Ausstieg nicht wieder rückgängig macht wird", sagte Kretschmann.
Der Grünen-Politiker kündigte an, dem Atomausstiegspaket zuzustimmen. "Wenn sich nichts Gravierendes an dem Paket ändert, das wir als Regierungschefs genannt haben, werden wir dem zustimmen." Dasselbe empfahl er seiner Partei, trotz Kritik der Umweltverbände. Man müsse den breiten Konsens zum Ausstieg als einen "epochalen Erfolg" sehen und dürfe "sich jetzt nicht im Klein-Klein verlieren".
Bedenken, dass den Grünen mit der Abschaltung der Atomkraftwerke das zentrale Thema abhanden kommen könnte, hat Kretschmann nicht. "Das Hauptthema der Grünen ist, unser Wirtschafts- und Lebensmodell mit dem Schutz unserer Lebensgrundlagen in Übereinstimmung zu bringen. Das ist die große globale Herausforderung dieses Jahrhunderts." Dieses Thema rückten die Grünen gerade in den Mittelpunkt.
dapd
